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Badwachtraining - Wädenswil ZH

Donnerstag, 07. Juni 2018

60 aktive Mitglieder der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, Sektion Wädenswil, leisten jedes Wochenende Badwache im Wädenswiler Strandbad, auf der Badewiese Naglikon und im Hallenbad. Kürzlich haben sie trainiert.


24 Frauen und Männer zwischen 16 und 80 Jahren versammelten sich am Donnerstagabend auf der Badewiese Naglikon in der Au. Sie sind Rettungsschwimmer der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), Sektion Wädenswil. Im Sommer leistet jeweils ein Mitglied der SLRG am Samstag und Sonntag Badwache auf der Badewiese Naglikon. Ein weiteres unterstützt den Badmeister im Strandbad Wädenswil.

Im Winter wird dem Badmeister im Hallenbad jeweils am Sonntag von einem SLRG-Mitglied unter die Arme gegriffen. Also immer dann, wenn viel Betrieb herrscht. Finanziert werden die Einsätze von der Stadt Wädenswil.

Steg birgt Gefahren

Damit die Rettungsschwimmer ihren Einsatzort kennen, findet jeweils im Frühling und Herbst ein Badwachtraining statt. Dieses Mal auf der Badewiese Naglikon. Susanne Naunheim, Technische Leiterin, ist verantwortlich für die Übungen. An diesem Training beschäftigen sich die Rettungsschwimmer mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Rettungsgeräte sowie den Gefahrenstellen im und am Wasser bei der Naglikoner Badewiese.

In zwei Gruppen aufgeteilt, machen sich diese an die Übungen. Die eine diskutiert Gefahrenstellen. Der Holzsteg zum Beispiel, der neben dem Badehäuschen ins Wasser führt, birgt Risiken. «Wenn ihn viele Leute benutzen, kann er sehr rutschig werden», gibt eine Teilnehmerin zu bedenken. Eine andere ergänzt, dass es keine Absperrung hat und das Wasser rund um den Steg nicht tief ist.

Daniela Marty, Aktuarin und Teil des Wettkampfteams, bespricht unterdessen mit der anderen Gruppe die verschiedenen Rettungsgeräte. Die Rettungsschwimmer sind sich einig, dass man den Ball aus Schaumstoff im Netz zwar gut werfen kann, da er aber keine Leine hat, kann man ihn nicht mehr zurückholen. «Dieser Ball eignet sich für eine erschöpfte Person, die sich noch selber halten kann und etwas ausruhen möchte», erklärt Marty.

Immer die Augen offen haben

Als besonders hilfreich erachtet die Rettungsschwimmerin den gelben Gurtretter. Natürlich darf unter den Rettungsmitteln aber auch die orange Rettungsboje nicht fehlen. «Jeder Schwimmer muss für sich herausfinden, welches Gerät ihm am besten liegt», sagt Daniela Marty und ergänzt: «Aber im Ernstfall nimmt man einfach das, was einem als Erstes in die Hände kommt.»

Ueli Mitschke ist das älteste Mitglied der SLRG-Sektion Wädenswil. Der 78-Jährige hatte in all seinen Jahren als Rettungsschwimmer zum Glück noch keinen Ernstfall. Aber er ist sich sicher, dass er im Ernstfall richtig reagieren würde und eine Person retten könnte. Dafür trainiert er wöchentlich – seit 44 Jahren. Das Verhalten der Badegäste, auf der Badewiese, im Strandbad wie auch im Hallenbad habe sich verändert. «Viele nehmen uns nicht ernst und werden manchmal sogar frech», erzählt er. Dabei wolle er nicht belehren, sondern präventiv wirken, damit gar nicht erst etwas passiere. Präventionsarbeit ist denn auch ein zentraler Punkt der Badewache, wie Susanne Naunheim bestätigt. «Wir wollen die Badegäste auf Gefahren sensibilisieren und präventiv auf sie einwirken.» Allerdings müsse den Gästen auch klar sein, dass die Rettungsschwimmer zwar Hilfe leisten, aber nicht die Verantwortung für das Handeln der anderen übernehmen können. «Einzelbetreuung ist nicht unsere Aufgabe», stellt Naunheim klar.

Eine der Jüngsten im Team ist Sara Pantasis. Die 16-Jährige ist soeben zu den Aktiven übergetreten und kann nun auch Badewache halten. «Es ist ein spezielles und gutes Gefühl, zu wissen, dass ich jemanden retten könnte», sagt sie. Dennoch hofft sie, dass dies nie nötig wird. Seit sie bei der SLRG ist, achtet Sara Pantasis vermehrt auf das Verhalten anderer Badegäste, auch wenn sie privat am Baden ist.

Schnittwunden dominieren

«Grosse Unfälle sind in den letzten Jahren in Wädenswil und in der Au keine vorgekommen», sagt Susanne Naunheim. Häufig hätten sie Bagatellunfälle und Verletzungen wie Bienenstiche oder Schnittwunden von Badegästen, die sich zum Beispiel an Glasscherben oder Muscheln schneiden. Susanne Nauheim rät daher ihren Kollegen, vor ihrem Einsatz als Badewache über das ganze Gelände zu gehen und nach Scherben Ausschau zu halten. «Lest die Scherben auf, ihr erspart euch viel Arbeit», lautet ihr Tipp zum Schluss.

Von Carole Bolliger in der Zürichsee-Zeitung
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