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Der Kiwi Cyril - Neuseeland NZL

Sonntag, 17. März 2019

In seiner Mission einer der besten Rettungsschwimmer der Schweiz zu werden, verliess Cyril Senften sein Zuhause insgesamt dreimal in Richtung Neuseeland und konnte dort an Regional- wie auch Nationalmeisterschaften mit seinem Team einige Gold- wie auch Silbermedaillen im Sprint holen.


In meiner Mission einer der besten Rettungsschwimmer der Schweiz zu werden, verliess ich mein Zuhause im Oktober 2017 Richtung Neuseeland. Ein Land, indem das Rettungsschwimmen grossgeschrieben wird. Ich fand Unterschlupf bei Mount Maunganui Lifeguard Service. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was mich in diesen knapp sechs Monaten erwarten würde und hatte auch ein wenig Angst. Diese Angst verflog jedoch gleich, als ich dort ankam, denn ich wurde von allen herzlich aufgenommen.

Nach einer Woche Anpassung und als der Jetlag fast überwunden war, startete ich mich dem Training. Dies beinhaltete jede Woche fünf Schwimmeinheiten, sowie sechs Oceaneinheiten. Nicht nur die Anzahl der Trainingseinheiten gaben mir zu schaffen, auch die Konditionen auf dem Wasser waren neu für mich und sehr schwierig, in den Griff zu bekommen. Noch nie war ich in solchen Wellen, solchem Wind oder auch Strömungen.  Am Anfang konnte ich kaum in meinem Ski bleiben, doch nach ein paar Wochen ging es schon ziemlich gut.

Danach kam dann auch schon der erste Wettkampf in Whangamatha. Ich kann mich noch gut an diesen Wettkampf erinnern, denn es war heiss und die Wellen waren gross. Zu meinem Erstaunen konnte ich mich für einige Finals qualifizieren und erreichte sogar einen vierten Rang im Beachsprint. Von diesem Tag an war ich einer der Sprinter. Doch nicht alles ging wie gewünscht, so hatte ich zum Beispiel ein Loch in meinem Board nach dem Oceanman, weil ein anderer Athlet in mich reingefahren ist.

Danach stand auch schon der Mount Monster vor der Tür. Ein 25 km langes Rennen, welches aus vier Teilabschnitten besteht: 5 km rennen im Sand, 1.6 km Schwimmen, 12 km Ski und zum krönenden Abschluss 6 km Board. Noch nie hatte ich an so einem Rennen teilgenommen, doch ich schlug mich relativ gut. Am Ende wurde ich 14. in meiner Alterskategorie und 26. in allen Kategorien von insgesamt 80 Athleten.

Nach ein paar Tagen Pause ging es weiter mit dem Training. Neu für mich war, dass ich neben den andern Trainingseinheiten noch zusätzliche Sprinteinheiten hatte. Diese fanden jeweils viermal in der Woche statt. Ich trainierte mit dem Junioren-Europameister Marcus Or und konnte von ihm einiges lernen.

Das sich das ganze Training lohnte, zeigte sich an den darauffolgenden Regional- wie auch Nationalmeisterschaften, wo mein Team und ich einige Gold wie auch Silbermedaillen im Sprint holen konnten.

In der Gesamtwertung blieben wir immer ungeschlagen und Mount Maunganui sicherte sich somit einen weiteren Nationaltitel.
Nach dem letzten Wettkampf der Saison blieben mir noch zwei Wochen in Neuseeland. Diese nutzte ich, um das Land noch ein wenig zu erkunden und sah einige schöne Orte.

Zuhause angekommen zeigte sich, dass mein Training sich lohnte und ich konnte mich für die WM in Australienqualifizieren. Ich setzte mein Training fort und beschloss auch, kurz vor der WM zurück nach Neuseeland zu gehen, um dort die letzten Vorbereitungen für diese zu treffen.

Deshalb heiss es Ende November für mich auf nach Mount Maunganui. Nach einem langen Flug musste ich trotz grosser Müdigkeit bereits am nächsten Tag mit dem Training starten, da ich lediglich fünf Wochen für die Vorbereitung hatte. Diese verlief mit perfekten Konditionen gut, solchen, wie man sie in Adelaide vorfindet. In dieser Zeit trainierte ich mit zwei Briten und drei Neuseeländern zusammen, die auch an der WM teilgenommen haben. Nach fünf Wochen musste ich Neuseeland auch schon wieder verlassen und machte mich gemeinsam mit den Briten nach Südaustralien auf. Dort angekommen, traf ich auf unser Nationalteam und verbrachte drei unvergessliche Wochen mit ihnen.

Doch ich hatte noch nicht genug von Neuseeland: ich musste zurück und dies tat ich auch. Doch leider wurde ich nach der Zeit in Adelaide krank und konnte nicht mehr so viele Trainingseinheiten mit Mount Maunganui absolvieren. Wie schon letztes Mal nahm ich am Mount Monster teil. Ein 25 km langer Oceanman, der nicht nur Muskeln, sondern auch Können beansprucht. Geschwächt durch meine Krankheit konnte ich nicht leisten, was ich mir vorgenommen habe, doch ich war dennoch zufrieden mit meiner Leistung.

Nach dem Mount Monster hiess es auch schon wieder Abschied nehmen, da zu Hause das Militär rief.

Text von Cyril Senften
Bild von The Mount Monster
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