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Kombikurs - BLS-AED-SRC-Komplettkurs IV - Wädenswil ZH

Samstag, 16. November 2019

Im BLS-AED-SRC-Komplettkurs erlernen Sie die wichtigsten lebensrettenden Massnahmen zur Wiederbelebung und vertiefen deren Anwendungen bei Erwachsenen und Kindern in unterschiedlichen Situationen.


Ein Kursteilnehmer klagt über Schmerzen in der Brust und sackt plötzlich zusammen. Puls und Atem setzen sofort aus. Glücklicherweise kennen die Kursteilnehmer ein solches Szenario nach wie vor nur aus Kursen, welchen sie grösstenteils vor einer gefühlten Ewigkeit besucht hatten. Aus der Luft gegriffen ist das Beispiel aber keinesfalls. Laut dem Bundesamt für Statistik erlitten 2015 über 15 000 Menschen hierzulande einen Myokardinfarkt, besser bekannt als Herzinfarkt. Bis der Rettungsdienst in solchen Fällen zur Stelle ist, kann einige Zeit vergehen. «Umso wichtiger ist es, dass Ersthelfer vor Ort sofort lebenserhaltende Massnahmen ergreifen», ermahnt Oliver Wanger, mein Mitleiter.

Als Erstes bekommen die Teilnehmer sogenannten Basismassnahmen der Reanimation vermittelt. Anschliessend hiess es für sie: ab auf die Knie. Wurde die 144 alarmiert, sollten Ersthelfer nämlich unverzüglich mit der Herzdruckmassage beginnen. Auf 30 Thoraxkompressionen folgen zwei Beatmungsstösse. Das hört sich allerdings leichter an, als es ist.

Zunächst einmal gilt es, die richtige Position einzunehmen. Ist man als Helfer auf sich alleine gestellt, kniet man sich am besten auf Schulterhöhe des Patienten. Von dieser Position aus kann sowohl beatmet als auch massiert werden. Ist eine zweite Person zur Stelle, empfiehlt es sich, Beatmen und Druckmassage voneinander zu trennen. Ein Helfer kniet dann seitlich auf der anderen Seite des Patienten. Wichtig ist, dass die bewusstlose Person flach auf dem Boden liegt und ihr Oberkörper frei ist. Der Druckpunkt liegt in der Mitte des Brustkorbes, dort wird der Handballen aufgelegt. Die zweite Hand wird dann darübergelegt, die Finger können wahlweise auch ineinander verschränkt werden. Die Arme sollten zudem möglichst senkrecht und durchgestreckt gehalten werden. «Bei der Herzdruckmassage sollte der Brustkorb einer erwachsenen Person rund fünf bis sechs Zentimeter komprimiert werden», erklärt Oliver. Dass hierbei schon einmal die eine oder andere Rippe bricht, gehöre dazu. «Davon darf man keine Angst haben und sich in keinem Fall aufhalten lassen.»

Dank dem Übungsdummy können die Teilnehmer ihre Leistung überprüfen. Die Bilanz ist für die Meisten zuerst ernüchternd: Bei ihren Reanimationsversuchen gelingt es ihnen kaum, die fünf bis sechs Zentimeter zu erreichen. Nur mit sehr grosser Kraftanstrengung erreichten sie schliesslich das vorgegebene Ziel. Ihre Freude darüber währt nicht lange: «Die Druckfrequenz beträgt circa 100 Schläge in der Minute», weise ich sie an. Soll heissen, der Rhythmus ist viel zu langsam.

Nach 30 fast korrekten Thoraxkompressionen sind einige bereits fix und fertig und kommen zur Erkenntnis: Als Ersthelfer ist ordentlich Ausdauer gefragt. Nun folgen zwei Beatmungsstösse. Auch hier ist die richtige Technik das A und O. Ausserdem empfiehlt es sich, jederzeit eine Beatmungshilfe bei sich zu tragen. Im Fachhandel sind Beatmungshilfen relativ günstig zu erwerben. Sei das in Form eines Schlüsselanhängers, aus dem sich im Notfall eine dünne Beatmungsfolie zaubern lässt, oder in Form einer einfachen Plastikmaske mit Filter.

Um wirkungsvoll zu beatmen, wird der Kopf des Patienten überstreckt und mit den Fingern unter dem Kinn fixiert. Dann folgen zwei kurze, aber kräftige Luftstösse. Dabei sollte ein Heben des Brustkorbs beobachtbar sein. Dies alles sollte in Sekundenbruchteilen passieren. Zwischen der Druckmassage und dem Beatmen sollte keine Pause entstehen.

Ist ein Defibrillator vorhanden, sollte dieser ergänzend zur Druckmassage eingesetzt werden. Dabei zeigt sich: Einmal am Patienten angebracht und eingeschaltet, ist der Gebrauch selbsterklärend. Der «Defi», wie er umgangssprachlich genannt wird, erklärt nicht nur Schritt für Schritt den Ablauf bis zur Schockabgabe, sondern er leitet die Ersthelfer auch bei der weiteren Reanimation an. «Doch der ‹Defi› ist immer nur Ergänzung und ersetzt nie die Herzdruckmassage», mahnt Oliver. Deshalb gebe ich den Teilnehmern jene Worte mit auf den Weg, welche in den Köpfen aller Menschen eingebrannt sein müssten: «Ich kann nur dann etwas falsch machen, wenn ich nichts tue. Denn mit jeder Minute, in der ich nicht reanimiere, sinkt die Überlebenschance des Patienten um zehn Prozent.»

Text von Martina Camenzind
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    SLRG Wädenswil 2021-02-19 Martina Camenzind
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