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J+S-Modul Fortbildung Leiter - Sursee LU

Sonntag, 06. September 2020

Der Fokus im Fortbildungsthema lag auf dem zentralen Handlungsbereich aller J+S-Leitenden: dem Vermitteln einer Sportart im wöchentlichen Training, in Lagern und Kursen.


Leitende, welche über eine J+S-Ausbildung verfügen, müssen alle zwei Jahre mindestens ein Modul besuchen. Damit werden alle gültigen Leiteranerkennungen der jeweiligen Zielgruppe (Kinder- oder Jugendsport) bis zum Ende des übernächsten Kalenderjahres verlängert. Bei Heinz und Oliver Wanger und mit war dies in diesem Jahr leider im Rahmen des SLRG WK Expert nicht möglich, da wir an diesem Wochenende die Schulung zur esa-EK Leiter Rettungsschwimmen besuchen werden.

Somit fanden wir uns im Campus Sursee ein und befassten uns im Verlaufe des Morgens mit der Theorie zu Fortbildungsthema «Vermitteln» und den vier Handlungsfeldern, die zum guten Gelingen einer J+S-Aktivität beitragen. Um eine J+S-Aktivität möglichst wirksam zu gestalten, sind optimale Handlungen und Verhaltensweisen der Leiter der Leiter wünschenswert, welche wir nach der Einführung und einigen Neuigkeiten rund um die SLRG genauer anschauten. Nach der Theorie mussten wir in Gruppen eine 45 minütige Lektion für Pupenschwimmen planen, um diese dann teilweise am Nachmittag zu unterrichten. Unser Schwerpunktthema war «Attraktive Aufgaben stellen und Rückmeldungen geben». Lernende können reizvolle und schwierige Aufgaben selten auf Anhieb lösen. Es gelingt ihnen aber mit der entsprechenden Anleitung, Unterstützung oder Übung. Vielseitige Lernarrangements und herausfordernde Aufgabenstellungen können motivierend auf den Lernprozess wirken. Dies versuchten wir einerseits in der Planung, wie auch in der Lektion selber so gut wie möglich umzusetzen.

Des weiteren ist es wichtig, ein lernförderliches Klima ermöglichen. Jedem Lernprozess soll ein angenehmes, wertschätzendes und angstfreies Lernklima zugrunde liegen. Der Leiter beeinflusst diese mit der Motivation und Haltung, was sich auf die Kinder und Jugendliche überträgt.

Die nächste Verhaltensweise «Lernziele priorisieren und Struktur schaffen» soll Leitpersonen dazu bringen, die wichtigsten Ziele und die zu behandelnden Themen vor Augen zu halten - und nicht die feinmaschige Struktur einer exakten Unterrichtsplanung. Die Arbeit mit Lernzielen ist ein Grundpfeiler des J+S-Sportverständnisses. Motorische, kognitive, pädagogische, soziale und gesundheitliche Lernziele werden dabei mittel- und langfristig verfolgt. Im Gespräch werden kurzfristige Zeile gesetzt und entsprechend den Bedingungen vor jeder Aktivität priorisiert. Lernziele werden regelmässig überprüft und Erreichtes aufgezeigt. Merksätze helfen bei der Gliederung der Inhalte und dienen mitunter der sinnvollen Strukturierung einer Lektion.

Die beste Unfallprävention ist die Gefahreneinschätzung, womit sich die letzte Verhaltensweise befasst. Grösstmögliche Sicherheit und maximale Lern- oder Bewegungszeit müssen keine Gegensätze sein. Klare Regeln helfen, Sportaktivitäten sicher und effizient durchzuführen. Sie müssen aber deutlich kommuniziert und durchgesetzt werden. Idealerweise werden diese Regeln und entsprechende Sanktionen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen vereinbart. Gute Planung, vorausschauendes Denken, aufmerksames Beobachten sowie ständiges Reflektieren sind zentral, um mögliche Gefahrenquellen zu erkennen. Präventive Massnahmen können Störungen verhindern. Tritt Unvorhergesehenes auf, gilt es, schnell, nachvollziehbar und angepasst darauf zu reagieren.

Nach einem Mittagessen mit einem alten Bekannten ging es dann in die pompöse Schwimmhalle, um, wie schon erwähnt, 15 Minuten aus unseren Lektionen zu unterrichten. Der Luxus, eine Lektion für acht Teilnehmer zu Dritt zu leiten, haben wir bei uns im Wettkampftraining nicht und so konnten wir auch extrem viele Rückmeldungen an unsere Teilnehmer abgeben. Durch verschiedene Übungen verpackt versuchten wir auch, den Beinschlag fürs Puppenschwimmen zu optimieren. Das Feedback viel sehr positiv aus, was uns natürlich sehr freute. Auch die anderen Lektionen waren sehr unterhaltsam und interessant und so entstanden immer wieder gute Gespräche bei der Besprechung. Eine gute Ausbildung, bei welcher es sich lohnt, die Leiteranerkennung auch zu verlängern, da man sich stetig verbessern kann und wieder neues durch den Austausch mit anderen Leitern, Sektionen oder sogar Sportarten dazu lernt. Ich würde es doch all unseren Leitern empfehlen und dies nicht nur wegen der direkten finanziellen Unterstützung, die der Verein erhalten würde. Auch die Fortbildungsmodule sind spannend gestaltet und befassen sich immer mit einem anderen Thema.

Ich erhielt auf der Heimfahrt noch eine kleine Privatführung durch die Geschäftsstelle der SLRG. So konnte ich mir mal persönlich ein Bild von deren Räumlichkeiten machen, denn diese kenne ich auch nur von Bildern und Videos, welche mir in Wiederholungskursen anschauen konnte.

Zum Schluss stellte sich bei mir die Frage: «Führe ich bereits gute J+S-Aktivitäten durch?» Mit dem Leitercheck kann jede und jeder eine persönliche Standortbestimmung durchführen und mehr über die persönlichen Kompetenzen beim Vermitteln erfahren. Somit durften wir auf einen spannenden Sonntag zurück blicken und können das neuerworbene Wissen nun für zwei weitere Jahre an euch ausprobieren!

Text von Martina Camenzind und J+S-Ausbildungsteam BASPO
Bild von Christoph Frei
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    SLRG Wädenswil 2020-11-05 Martina Camenzind
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