« zurück

Modul See II - Wädenswil ZH

Sonntag, 28. Juni 2020

Ein Ausflug an den See – aber sicher! Diese Freiwasserausbildung erweitert die Wassersicherheitsaubildung aus dem Pool auf stehende Freigewässer. Im Modul See stehen die Planung und die Risikoanalyse für einen sicheren Ausflug an den See im Zentrum.


Am zweiten Kurstag fand der Kurs wie von mir am Vortag geplant statt. Das Sicherheitskonzept und die Anpassungen passten mit dem von mir geplanten auch in der Praxis überein und ich konnte den Kurs so Coronakonform durchführen. Die einzige Änderung war der Leiter am Nachmittag, welcher mit Susanne in weiblicher Form erschien.

Ein Punkt in der Lektion zum Thema «Grundwissen über Sprungschicht und Sichtverhältnisse» führt immer wieder zu Lacher: «Das berühren von Pflanzen und Tieren unter Wasser ist grundsätzlich zu unterlassen. Kommen Schwimmer unerwartet mit Pflanzen oder Tieren in Kontakt, kann dies schreckhafte Reaktionen auslösen». Nicht mehr lustig fanden die Teilnehmer dann die Aussage in einem Lektionsteil am Nachmittag am Seeufer: da schlängelte sich doch tatsächlich eine Ringelnatter auf der Wasseroberfläche durch die Schwimmenden und Badenden im Strandbad und führte zu der angekündigten Reaktion. Diese Wasserschlange wird in der Schweiz selten grösser als 75 Zentimeter, wirkt aber für blindschleichengewohnte Leute doch sehr imposant. Die Teilnehmer begaben sich, als die Schlange ihre Nahrungssuche nach Amphibien, Fische, Jungvögel oder Vogeleier unterbrach und sich auf einem der Stege sonnte, wieder rasch ins Wasser und übten weiter. Die Ringelnatter hat zwar Giftdrüsen, die jedoch nur ein schwaches und für den Menschen ungefährliches Gift absondern kann. Das Gift ist im Speichel des Tieres und kann lediglich kleine Beutetiere lähmen, wobei vermutet wird, dass es primär der Vorverdauung dient. Im Unterschied zu echten Giftschlangen besitzt sie keine Giftzähne und Giftkanäle. Ringelnattern sind sehr scheue und nicht wehrhafte Tiere, besitzen aber viele Feinde. Werden sie gestört, ergreifen sie sofort die Flucht und ziehen sich ins dichte Gestrüpp zurück. Sind sie jedoch an einer Flucht verhindert, nehmen sie die Angriffsstellung an, welche sehr stark, der einer Kobra ähnelt. Dabei zischen sie laut und führen Scheinbisse aus. Echte Bisse sind sehr selten und ungefährlich. Ergreift man aber eine Ringelnatter, entleert sie ihre Analdrüsen – was dann fürchterlich stinkt. Und reicht das noch nicht aus, stellt sie sich tot – lässt die Zunge aus dem Maul hängen und verdreht sich. In extremen Fällen lässt sie sogar Speichel mit Blut aus dem Maul tropfen und täuscht so dem Gegner vor, er hätte ein tote, verweste Beute vor sich. Apropos stinken: Käsefüsse war auch der einzige Punkt, der nach den mit Bravour gelösten Fallbeispielen noch zu behandeln war, denn durch das rasche und sichere eingreifen der Retter wurde Schlimmeres verhindert.

Herzliche Gratulation allen Teilnehmern für das bestandene Modul «Kobra» und vielen Dank für eure Teilnahme. Meinen beiden Leitern Heinz und Susanne Naunheim danke ich ganz herzlich für die Unterstützung und die angenehme Zusammenarbeit!

Text von Martina Camenzind
Bild von Martina Camenzind
Icon
    SLRG Wädenswil 2021-02-19 Martina Camenzind
Webdesign & CMS by onelook