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WK Expert - Filzbach GL

Samstag, 12. und Sonntag, 13. September 2020

Mitte September war es Zeit, meinen ersten Wiederholungskurs als SLRG Kursleiter zu absolvieren. Wir fanden uns am Samstag Morgen, den 12. September, im Sportzentrum Kerenzerberg ein.


Der zweitägige Kurs stand ganz im Zeichen des Einführungskurses als esa-Leiter. Seit 2016 ist die SLRG Partnerorganisation des esa Sportprogramms. Dieses esa steht für ‚Erwachsenensport Schweiz‘, welches ein auf Breiten- und Freizeitsport ausgerichtetes Sportförderprogramm des Bundes ist. Das Ziel ist, mit entsprechenden Partnerorganisationen, wie eben der SLRG, ein einheitlicher Qualitätsstandard in Aus- und Weiterbildung von Sportleitenden zu erreichen. Somit sollen optimale Rahmenbedingungen für sportliche Aktivitäten im Erwachsenenalter ab 18 Jahren geschaffen werden.

Nach der Begrüssung und kurzen Einführung in den diesjährigen Wiederholungskurs wurden wir in vier Gruppen zu je 12 bzw. 13 Teilnehmern eingeteilt. Diese Gruppen behielten wir während des ganzen Wochenendes bei, um die Lerninhalte gezielter und effektiver durchzugehen.

Unsere Gruppe startete mit einem Theorieblock zum methodischen Konzept. Die Instruktoren haben den Schwerpunkt auf Variation bei Übungen in Kursen oder Trainings gelegt. Das Prinzip der Variation kann man auf drei Dimensionen anwenden: auf die Aufgabe als solche, die gewählte Sozialform oder die verwendete Methode. Die Idee ist, dass man eben eine Aufgabe entsprechend den Teilnehmern unterschiedlich stellen einen Kurs oder ein Training eher an eine Zielgruppe ausrichten kann. So mussten wir beispielsweise verschiedene Begriffe wie Bekleidung oder Vortrag der jeweiligen Dimension zuordnen.

Anschliessend ging es für unsere Gruppe ins Hallenbad. Dort durften wir als Teilnehmer bei zwei Beispielslektionen von rund 20 Minuten mitmachen. Die Lektionen wurden von Instruktoren geleitet. Damit wollten sie uns Experten eine Möglichkeit aufzeigen, wie man eine Lektion aufbauen und gestalten kann.  

Nach dem Mittagessen stand uns ein eher theoretischer Nachmittag bevor. Im ersten Block behandelten wir das andragogische Konzept. Einiges vom Stoff kannte ich bereits und war eher Repetition. Das Thema bestand vor allem darin, sich seiner Rolle als Kursleiter, bzw. Lehrender, bewusst zu werden und wie man mit den Kursteilnehmenden als Lernende umgehen soll. Dabei hilft die Handlungskompetenz, welche ganz allgemein für eine Tätigkeit als Lehrender gilt. Die Handlungskompetenz beschreibt das Zusammenwirken von der Selbst-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz. Als Kursleiter ist es ebenfalls wichtig, auf eine gute Kommunikation zu achten und konstruktives Feedback zu geben.

Der zweite Theorieblock am Samstag Nachmittag stand im Zeichen des sportmotorischen Konzepts. Im sportmotorischen Konzept geht es um die Frage, wie Bewegung und Leistung im Sport, gerade im Erwachsenenalter, zustande kommen. Zentral ist, wie die Voraussetzungen für gesundheitsorientiertes Sporttreiben im Schul-, Freizeit-, Breiten- und Leistungssport entwickelt werden können.

In diesem Konzept wird mit einer 2x2 Matrix gearbeitet. Unterschieden wird einerseits zwischen der Physis und der Psyche und andererseits zwischen den Bereichen der Energie und der Steuerung. Mit dieser Matrix kann man vier verschiedene Kompetenzen unterscheiden, wie z.B. die koordinative Kompetenz im Kreuz der Physis und Steuerung oder die emotionalen Substanz im Kreuz der Psyche und der Energie.

Beim sportmotorischen Konzept sind die Teilnehmer eines Kurses oder eines Trainings im Vordergrund. Diese Matrix hilft, die Teilnehmer mit ihren Kenntnissen und Fertigkeiten einzuordnen und schliesslich die Übungen entsprechend anzupassen. So sollen die Voraussetzungen für gesundheitsorientiertes Sporttreiben im Erwachsenenalter geschaffen werden.

Nebst Vorstellung und kurzer Diskussion im Plenum sahen wir einen Film. Das Thema war, wie sich der menschliche Körper im Alter entwickelt. Es war interessant zu sehen, dass regelmässige Bewegung sowohl dem Körper als auch dem Geist nützt. Die Botschaft des Films ist, dass Bewegung immer gut tut.

Der soziale Anlass am Samstag Abend, der eigentlich aus einem Grillieren bestand, wurde an diesem Wochenende anders durchgeführt. Das Sportzentrum Kerenzerberg erlebte und erlebt immer noch grössere Umbauarbeiten, wodurch unter anderem die Grillstelle gesperrt war. Nichtsdestotrotz trafen sich die Kursteilnehmer entweder in der Kantine des Sportzentrums oder im Hotelrestaurant. Ausserdem übernachteten wir Hotel Kerenzerberg, da unter anderem der Unterkunftstrakt im Sportzentrum umgebaut wurde.
 
Am Sonntag Morgen ging es für uns wieder ins Hallenbad. Dort mussten wir einzeln eine Übung mit den Teilnehmern durchführen. Dabei galt es, eine selbstgewählte Grundform innerhalb eines Themas zu variieren. Das Thema zogen wir aus vorgegeben Themen unserer Brevet Kurse. Wir mussten sowohl die Aufgabe, die Sozialform als auch die Methode gegenüber der Grundform verändern. Diese Variation der Grundform führten wir dann als fünfminütige Übung mit den Teilnehmern durch. Es hat Spass gemacht, sich Gedanken bezüglich verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten von Übungen zu machen. Ausserdem waren die vielen kreativen Ideen sehr aufschluss- und lehrreich.

Anschliessend gab es einen kurzen Block zum Thema Sicherheit. Dabei ging es darum, die Risikomatrix zu repetieren, welche man bei einer Aktivitätsplanung verwendet. Nach dieser Repetition erhielten wir ein kurzes Feedback zu unseren gestellten Übungen. So erhielten wir wertvolle Tipps, um zukünftige Ausbildungssequenzen zu planen und durchzuführen.

Nach dem ausgezeichneten Mittagessen galt es, das sportmotorische Konzept aus einer praktischen Sicht besser kennen zu lernen. Der Schwerpunkt an diesem Nachmittag lag auf der koordinativen Kompetenz im Kreuz der Physis und Steuerung aus der 2x2 Matrix.

Zuerst waren wir im Hallenbad. Ein Teil bestand darin, Aquafit Übungen gemeinsam zu machen. Ich habe nicht erwartet, dass dies so fordernd sein kann. Zum Teil kamen wir schnell an unsere koordinativen Grenzen. Nach dieser Aquafit Einheit galt es beim nächsten Posten als Vierergruppe gegen zwei andere Vierergruppen einen kleinen Wettkampf zu machen. Auf der anderen Seite der Beckenbreite hatte es für jede Gruppe einen kleinen Behälter mit zehn Gummibärchen Säcklein. Ziel war es, diese zehn Säcklein möglichst schnell zurück an den Start zu bringen. Dafür würfelten wir, wie wir auf die andere Seite kamen um die Säcklein zu holen. So mussten wir beispielsweise drei verbundene Tauchringe à je 5kg am Beckenboden auf die andere Seite mitnehmen und wieder zurückbringen. Oder wir mussten eine Puppe mitschleppen, wobei die Person an der Puppe nicht schwimmen durfte, sondern nur die Puppe schieben. Zum Schluss wurde unsere Sozialkompetenz getestet, da jede Gruppe die zehn Säcklein unter sich aufteilen durfte ;)

Zum Schluss waren wir in der Turnhalle. Auch hier galt es, verschiedene Übungen für die koordinativen Kompetenz kennen zu lernen. Nach einem kurzen Aufwärmen wurden die Übungen als Postenlauf angegangen. Um ein paar Beispiele zu nennen: auf einem Medizinball balancieren, zwei verschiedene Bälle gleichzeitig prellen oder auf einer Turnbank an einer anderen Person vorbeikommen. In der Turnhalle habe ich gemerkt, dass ich an meiner Koordination und meinem Gleichgewicht noch arbeiten kann.

Nach diesem abwechslungs- und lehrreichen Tag ging der Wiederholungskurs zu Ende. Im Theoriesaal gab es noch abschliessende Worte zu diesem interessanten Kurswochenende. Wir erhielten an dieser Stelle unsere physischen Ausweise als esa-LeiterInnen, die wir nun auch separat zum SLRG Brevet haben. Zusätzlich gibt es einen Eintrag in unseren Brevets. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Instruktoren für die lehrreichen Lektionen und die eine oder andere Idee für Kurse und Trainings bedanken! Ich habe mich auch gefreut, neue Gesichter aus der SLRG kennen zu lernen!

Text von Keyvan Tavakoli
Bild von Sporthotel Kerenzerberg
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    SLRG Wädenswil 2020-10-06 Martina Camenzind
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