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65. Seetraversierung - Wädenswil ZH

Sonntag, 15. August 2021

Mit gelben Badekappen auf den Köpfen überquerten am Sonntag 353 Schwimmerinnen und Schwimmer den Zürichsee. Sie schwammen vom Kursschiffsteg in Männedorf zum Wädenswiler Strandbad Rietliau.

Mit rund 2,5 Kilometern Distanz ist die von der SLRG Wädenswil organisierte Traversierung die längste des Zürichsees, aber längst nicht die einzige: In «normalen» Jahren finden im Zürichsee sieben Seeüberquerungen statt. Heuer jedoch sind – wie bereits 2020 – Corona-bedingt die meisten abgesagt worden.

Ebenfalls am Sonntag konnten Schwimmbegeisterte den Zürichsee von Küsnacht nach Kilchberg durchqueren. Die dritte und letzte Seetraversierung findet heuer am 21. August statt. Sie führt von Thalwil nach Küsnacht.

In Männedorf erfolgte der Startschuss am Sonntagmorgen kurz vor 9 Uhr. Bereits nach 40 Minuten stiegen die Ersten in Wädenswil wieder aus dem Wasser. Weil die Seeüberquerung kein Wettkampf ist, gibt es auch keine Rangliste. Während manche Teilnehmenden die Traversierung als willkommenes Training sehen – etwa für einen Gigathlon –, zählt für andere schlicht der olympische Gedanke: Dabeisein ist alles.

Die Schnellste: Fiona Krüsi, Oerlingen

«Das ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich als erste Frau im Ziel angekommen bin. Etwa fünfzig Minuten haben wir für die Querung benötigt. Geschwommen bin ich mit meiner Schwimmgruppe vom Schwimmclub Winterthur. Wir sind alle Masters, so nennt man die Senioren im Schwimmsport. Für Schwimmveranstaltungen im Freien kommen wir oft an den Zürichsee, in Winterthur gibt es ja bekanntlich keinen See.

Mit dem Schwimmen angefangen habe ich mit 9 Jahren. Als ich 18 war, begann ich Wasserball zu spielen. Vor fünf Jahren habe ich damit aufgehört. Seither schwimme ich nur noch, dies etwa zwei- bis dreimal pro Woche. Manchmal werde ich auch für einen Team-Triathlon angefragt, wenn eine Schwimmerin ausfällt. Da ist es besonders wichtig, über eine gute Technik zu verfügen. Fehlt diese, geht beim Schwimmen besonders viel Zeit verloren.

Die Seeüberquerung von Männedorf nach Wädenswil bin ich schon mehrmals geschwommen. Doch dieses Jahr ist mir ständig die Brille verrutscht, weshalb ich sie richten musste – das nervte. Mein Trainer schwamm hinter mir und fragte sich, was da los war.»

Das Paar: Lukas und Zita Neiger, Zürich

Lukas Neiger: «Dieses Jahr ist dies die einzige Seeüberquerung, an der wir mitmachen. Eigentlich wollten wir auch an einer im Zugersee teilnehmen, diese wurde jedoch wegen Hochwassers abgesagt.

Wir schwimmen etwa dreimal pro Woche, dies meistens gemeinsam. In den kälteren Monaten gehen wir manchmal auch ins Hallenbad. Das Gefühl ist im Hallenbad aber nicht das gleiche: Draussen schwimmen ist viel schöner. Fürs Joggen gehen wir schliesslich auch lieber raus in den Wald und nicht ins Fitnesscenter aufs Laufband.

Ende August starten wir in Tschechien an einem Gigathlon. Die Disziplinen sind Mountainbike, Rennvelo, Inlineskaten, Laufen und Schwimmen. Fürs Training schwimmen wir oft ein Viereck im Stadtzürcher Seebecken. Im Winter steigen wir auch ins Wasser, bleiben aber viel weniger lang drin als im Sommer.

Vom Tempo her ist Zita etwas die Schnellere. Mit dem Neoprenanzug, den ich heute getragen habe, hat sich dies aber ausgeglichen: Dieser verleiht etwas Auftrieb, was das Schwimmen einfacher macht.»

Die Gemütlichen: Petra Osthues, Horgen, und Eva Riegler, Wädenswil

Petra Osthues: «Beim Schwimmen konnten wir bestens schwatzen. Auch als wir ins Ziel schwammen, haben wir uns unterhalten. Die Gespräche drehten sich um Gott und die Welt, die Schönheit des Lebens und Alltägliches. Wie weit es noch ist, haben wir uns im Wasser nicht gefragt. Wir haben auch nicht auf die Uhr geschaut. Für uns geht es beim Schwimmen darum, den Kopf zu lüften – wie lange wir für die Seeüberquerung benötigen, ist nicht wichtig.

Keine Ahnung, die wievielte Seeüberquerung dies heute gewesen ist, ich war sicher schon über zwanzigmal dabei. Ich bin in Oberrieden aufgewachsen, dort schwammen wir jedes Jahr mit der Schule einmal über den See. Auch seit ich in Horgen wohne, gehört diese Querung einfach dazu.

Speziell trainiert haben wir nicht zur Vorbereitung. Weil wir schön gemütlich unterwegs waren, bereitete uns die Distanz keine Probleme.»

Text von Zürichsee Zeitung Frank Speidel
Bilder von Michael Trost
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    SLRG Wädenswil 2021-09-17 Martina Camenzind
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