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Chlausabend Jugendgruppe - Wädenswil ZH

05. Dezember 2013

Pünktlich wurden die dick in Wollmützen, Halstücher, Handschuhen, Winterjacken und teilweise sogar Skihosen bis zur unkenntlichkeit eingemummelten Jugendmitglieder von ihren Eltern auf dem Parkplatz des Restaurants Eichmühle abgeliefert und von Brigitte, Martina und Patrick in Empfang genommen. Nachdem sich die, einer Lichtshow an einem Konzert gleich, mit den Taschenlampen herumzündende und wie von einer Schneemaschine herumstiebende, schneeballwerfende Kinderschar etwas beruhigt hatte, erfolgte die Trainingsgruppe übergreifende Gruppeneinteilung durch Patrick. In den Gruppen "Sterndli", "Herzli", "Sünneli" und "Krüüzli" wurde der Auftrag für den Marsch bis zum Samichlaus entgegengenommen: gemeinsam einen Chlausrap einzustudieren. Die Gruppenältesten wurden für den Weg zusätzlich mit einer Fackel, die sich nach anfänglichen Problemen (scheinbar schwer entflammbar) schlussendlich doch noch entzünden liessen, ausgestattet. Die Truppe machte sich mit dem Fackellicht und den zunehmend immer besser klingenden Sprechgesängen auf den Weg.

In der Dunkelheit konnte die Schar plötzlich eine schwarze Silhouette ausfindig machen - mit roten Hosen und weissem Bart. Nach anfänglicher Verwirrung, ob es sich nun um den Schmutzli oder den Samichlaus handelt, stellte es sich heraus, dass es der Gehilfe war. Von zunehmendem Alter und dem Stress, dem er das ganze Jahr über ausgesetzt war, wohl schwer vergrauter Bartwuchs. Um das Gewicht des Jutensackes zu verringern, verteilte der Schmutzli sogleich den Inhalt an die Kinder: Bananen und vereinzelt ein paar Zucchettis, welche fragende Gesichter, teilweise Stolz ("ich bin einzigartig") und Verwirrung hervorrief. Gemeinsam mit dem Schmutzli ging es weiter des Weges bis oberhalb des Golfplatzes in der Beichel.

Martin und René empfiengen die Truppe mit heisser Bouillon und Puntsch vom Feuer und kistenweise Nüssli, Mandarindli und Schokolade - vom Samichlaus jedoch weit und breit keine Spur. Also dann versuchten es die Kinder mit wiederholten, immer lauter durch den Wald hallenden Namensrufen und siehe da: der Chlaus stapfte schweren Schrittes aus dem Wald heraus. Nach der anfänglich etwas schüchternen Begrüssung traten die Kinder gruppenweise mutig vor die beiden bärtigen, alten Männer und trugen klatschend und stampfend die wirklich grossartig erarbeiteten Raps vor. Anschliessend kam die Erleuchtung für die merkwürdigen Mitbringsel des roten Hosen tragenden Schmutzlis. Hierbei handelte es sich nicht um einen Anfängerfehler oder des Alters wegen um einen Fehlgriff: Martin, von der hungrigen Kinderschar umringt, bereitete Schoggibananen zu. Die Zucchettis wurden mit Speck und Racelettekäse gefüllt und ebenfalls in Alufolie verpackt auf die heisse Glut gelegt, was sich als echter Gormettip herausstellte. Anschliessend traten die Trainingsgruppen gemeinsam mit ihren Leitern vor den Chlaus und den Schmutzli. Umfassend trug der Chlaus die guten sowie schlechten Dinge vor, die er das Jahr über im Hallenbad beobachtet hatte. Für die fleissigsten Trainingsbesucher gab es ein Säckchen mit Schokolade sowie eine SLRG Wädenswil Badekappe. Anschliessend, nachdem die militärische "Fötzeliaktion" unter dem Drill von Martin (man verlässt den Wald so, wie man ihn vorgefunden hat) beendet war, ging es auf den Parkplatz vom Fussballplatz. Der Chlaus verteilte den Kindern die prallgefüllten Chlausseckli und glücklich und zufrieden wurden die Nachwuchsrettungsschwimmer in die Obhut der Eltern zurück geben.

Die Leiter und Helfer wurden danach noch von René mit einem Kaffee Lutz am Lagerfeuer verwöhnt.

von Martina Wanger
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