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Brita Memorial - International Pool Lifesaving Competition with Open Swedish and Military Championship - Jöngköping SWE

16. bis 17. Mai 2014

Oliver und Martina Wanger waren mit einem durchmischten Team aus Innerschwyz, Baden-Brugg und Wädenswil in das Mutterland der bärtigen Wikinger und Elchen gereist.

Um vier Uhr morgens Tagwache -  das Abenteuer konnte losgehen. Satte zwölf Stunden Reisezeit mit Flugzeug, Zug und Bus hinter uns, kamen wir 45 Minuten vor dem einschwimmen im Hotel an. Für uns völlig unvorstellbar an diesem Tage noch einen Wettkampf zu absolvieren, stiegen wir in den Pool. Allen anderen Athleten aus Deutschland, Schweden, Norwegen, Belgien, Holland, Tschechien und Dänemark waren sich dieser Problematik wohlbewusst, einen Tag früher angereist.

Es standen die ersten Staffeldisziplinen, 200m Hindernis und 100m Manikin Tow with Fins auf dem Programm. Da die Herrenstaffel nicht mit Sprintstars besetzt war, wurden auch nicht allzu grosse Hoffnungen in die Spitzenresultate gesteckt. Die Damen waren mit nur drei Schwimmerinnen gar nicht Teilnahmeberechtigt an den Staffeln. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten von Oliver im 200m Hindernisschwimmen, lief es ihm im 100m Manikin Tow with Fins um einiges besser und schrammte knapp an der persönlichen Bestzeit vorbei. Ihm wurde sogar die Ehre zuteil, mit dem Weltmeister und Weltrekordhalter in dieser Disziplin im Lauf zu schwimmen. Martina lief es mit dem psychischen Jetlag an diesem Tag besser als am Sonntag und konnte ihre persönliche Bestzeit um ganze 4 Sekunden verbessern.

Um ca. 21 Uhr verliessen wird das Bad und standen vor einem vorhin noch unbekannten Problem: Nahrungsbeschaffung im Norden. Nach 45 Minuten Wartezeit im Hoteleigenen Restaurant konnten wir endlich unsere Bestellung aufgeben, um kurz darauf zu erfahren, dass die Küche vor fünf Minuten geschlossen hatte. In der folgenden Stunde war sogar unser schwedische Innerschwyzer aufgeschmissen, die knurrenden Bäuche der Teamkollegen (im Verlaufe des Tages wurden diese nur mit einem Pastasalat, Bananen und Dörrfrüchten gefüttert) zu besänftigen. Sämtliche Telefonate an alle Pizzakuriere der Provinz blieben erfolglos: wegen zu geschlossen. Das Team begab sich auf den Pfad der Verzweiflung, auf dem beinahe noch eine Hasenjagd gestartet wurde. Unsere Erlösung fanden wir schlussendlich in traditionell schwedischem Fastfood im Max, um danach völlig entkräftet ins Bett zu fallen.

Nach kurzem und nicht erholsamen Schlaf standen zuerst zwei weitere Teamdisziplinen für die “Sprintstars“ an. Martina bestritt danach zum ersten Mal einen 200m Superlifesaver, der leider ziemlich chaotisch verlief, aber trotzdem wurde in ihr eine grosse Begeisterung für diese Disziplin geweckt. Oliver verbesserte seine persönliche Bestzeit um 3 Sekunden.
Oliver als Werfer und Adrian (Sektion Innerschwyz) als Fänger brillierten als Duett im Line Throw und erreichten den dritten Schlussrang. In der ziemlich schwach gestalteten Rettungsübung SERC erreichten die Schweizer gelangweilt keinen Spitzenplatz.
In der abschliessenden Nordic Relay, der Königsdisziplin des Nordens, die sogar zu kompliziert wäre für die Regionalmeisterschaften, qualifizierten sich die drei Schweizerinnen sensationell für den Final. Da der Wettkampf gleichzeitig auch Austragungsort für die schwedischen Meisterschaften war, war das Hauptaugenmerk der schwedischen Mannschaften auf diese Disziplinen gerichtet. Alle schon verwundert über die Finalqualifikation der Schweizerinnen, wähnten sich in einem Alptraum nach dem Finale. Die Damen konnten ihren vorherigen Schweizerrekord um nochmals 10 Sekunden verbessern und belegten tatsächlich den dritten Schlussrang. Die Herren verpassten mit einer soliden Leistung das Finale nur knapp.

Der Wettkampf war eine grosse Bereicherung für uns und die Bestzeiten und Podestplätze wurden danach noch gebührend gefeiert.

von Oliver und Martina Wanger
Fotos Karin Zehnder
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                                                                SLRG Wädenswil 2019-10-18 Martina Camenzind
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