« zurück

The drowing chain of survival oder Ertrinken ist vermeidbar

16. November 2016

Zur Person Prof. Dr. Joost Bierens aus den Niederlanden ist Anästhesist und einer der weltweit anerkanntesten Fachperson, wenn es ums Thema Ertrinken geht.

Grund Idee

80 - 90% der Ertrinkungsunfälle weltweit wären durch eine gute Prävention vermeidbar. Interessant ist auch, dass jedes Land ihre eigenen Risikogruppen und Risikofaktoren hat. Sind es bei uns meist junge Männer mit Migrationshintergrund, sind es z.B. in den Niederladen Kindern mit Migrationshintergrund. Auch weltweit sind die meisten Opfer von Ertrinkungsunfällen Kinder.

Definition von Ertrinken

Ertrinken ist ein Prozess und kein finaler Zustand. Die vor allem im deutschen verwendeten Begriffe „beinahe Ertrinken“ und „zweites Ertrinken“ sollten nicht verwendet werden, da es dies nicht gibt. Auf Nachfrage, mit welchen Begriffen wir diese ersetzen sollen, wurde von Reto Abächerli (Geschäftsführer SLRG Schweiz) geantwortet, dass die SLRG noch an den Begrifflichkeiten arbeite.

Wichtigkeit der Prävention

Prävention > Rettung > Nothilfe > medizinische Behandlung

Bei der Wasserrettung zählen vor allem die ersten 10 - 15 Minuten. Es ist nicht wie bei einem gebrochenen Arm, wo im Spital alles gerichtet werden kann. Bei Wasserunfällen zählt in erster Linie die Kompetenz des Ersthelfers. Das Wichtigste ist die Prävention!

Was, wenn es doch zu einem Ertrinkungsunfall kommt?

  1. Erst muss die Notsituation erkannt werden, war nicht so einfach ist. Die wichtigsten Merkmale sind, eine mehr oder weniger vertikale Körperposition und unkontrollierte, ineffektive Bewegungen mit Armen und Beinen.
  2. Um sich als Retter nicht unnötig in Gefahr zu bringen erst Mal eine Auftriebshilfe zu werden.
  3. Dem Opfer Hilfe zur Selbstrettung geben
  4. Auch der Retter sollte eine Auftriebshilfe bei sich haben.
Falls das Opfer doch nicht mehr ansprechbar ist, es retten wie gelernt.

Ist CPR bei Ertrinkungsunfällen die Methode der Wahl?

Prof. Dr. Josst Bierens sagt ganz klar NEIN! Da das Herz nicht wie bei anderen Herznotfällen aufhört zu schlagen. Das Herz schlägt in einer sehr stark verlangsamten Frequenz weiter. Das grösste Problem ist, dass das Blut nicht mit Sauerstoff angereichert ist. Somit wird nur Sauerstoffarmes Blut transportiert. Ausdiesem Grund rät die ILCOR (International Liaison Committee on Resuscitation) in ihren Guidelines vom 2015, dass bei Ertrinkungsunfällen erst 5x Beatmet wird. Die SLRG wird sich überlegen, ob eine Anpassung von unseren Guidelines nötig ist. Das Ganze ist aber sicher nicht einfach, da bei der Erstellung der Richtlinien viele Verbände beteiligt sind. Falls es zu Anpassungen kommen sollte, wird dies noch Jahre dauern. Daher meine persönliche Bitte, diskutiert in Zukunft nicht mit den Kursleitern über diesen Punkt!

Offizielle gelten die Richtlinien, wenn nötig immer CPR, Kompression und danach die Beatmung im Rhythmus 30:2!!!


Von Susanne Naunheim
 
Icon
SLRG Wädenswil 2018-03-15 | Martina Camenzind |
Webdesign & CMS by onelook