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Erkennen gefährlicher Situationen und Ertrinkungsformen

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Frühzeitiges Erkennen von potenziell gefährlichen Situationen

Verschiedene Faktoren beeinflussen den Aufenthalt im und am Wasser und können zu gefährlichen Situationen führen. Wenn man schwimmen können, kann dies natürlich einerseits das Ertrinkungsrisiko verringern, insbesondere bei einem unbeabsichtigten Sturz ins Wasser. Andererseits ist man gerade auch als Schwimmer eher bereit, grössere Risiken auf sich zu nehmen und sich somit zusätzlichen Gefahren auszusetzen.

Kinder und Jugendliche begnügen sich nur selten damit, in Ruhe einige Längen zu schwimmen. Das Hallenbad Wädenswil verfügt deshalb über Sprungtürme, Wasserrutschen oder Spielgeräte. Diese Bereiche üben auch auf Badbesucher mit niedriger Schwimmkompetenz eine grosse Anziehungskraft aus. Es ist deshalb wichtig, dass diese Bereiche konsequent überwacht werden. Ist eine lückenlose Überwachung nicht möglich, ist eine Sperrung des betroffenen Bereichs in Betracht zu ziehen.

Während der Badwache können potenziell gefährliche Situationen frühzeitig erkannt werden. Gefährdet eine Person durch ihr Verhalten andere Badbesucher, sollte diese nach entsprechender Verwarnung mit dem Bademeister aus dem Bad verwiesen werden.

Für einzelne Kundengruppen bestehen unterschiedliche Gefährdungen und entsprechende Verhaltensmuster.
 

Kleinkinder (0 bis 4 Jahre)

Kleinkinder können die Gefahren, welche vom Wasser ausgehen, nicht erkennen. Oft geraten Kleinkinder innerhalb von wenigen Sekunden in eine gefährliche Situation. Sie können innerhalb von Sekunden lautlos ertrinken. Deshalb unterstehen Kleinkinder immer der Aufsichtspflicht ihrer Begleitperson. Trotzdem muss sich die Badwache vergewissern, dass das Verhalten der Begleitperson den Umständen angepasst ist:
  • Kleinkinder immer in Griffnähe
  • Einsatz von Auftriebshilfen
  • Altersgerechte Beckenwahl
  • Keine Überforderung der Begleitperson (zu viele beaufsichtigende Kleinkinder, falsche Beckenwahl, Ablenkung durch Dritte etc.)
  • Allgemeine Wasserkompetenz Begleitperson
Stetige Präsenz in der Schwimmhalle ist als Badwache unumgänglich. Auf den Kameras können nicht alle Notsituationen frühzeitig erkennt werden und bei der Kinderwasserrutsche gibt es einen toten Winkel.
 

Kinder (5 bis 11 Jahre)

Kinder in dieser Altersgruppe lernen ihre Fähigkeiten im Wasser gerade kennen. Aufgrund ihrer Neugierde und ihres Spieltriebs stossen sie häufig an ihre Leistungsgrenzen. Mit zunehmendem Alter bewegen sich Kinder häufig unabhängig von ihren Wasserkompetenzen selbstständig im Badareal. Folgende Bereiche üben eine besonders grosse Anziehungskraft auf Kinder aus:
  • Sprungtürme
  • Rutschen
  • Wasserspielgeräte (Trampoline, Reifen, Nudeln, luftgefüllte Figuren etc.)
  • Mitgebrachtes Spielzeug
Im Spielrausch unterschätzen Kinder oft die von diesen Bereichen ausgehenden Gefahren.

Wenn sich im Sprungbereich langsam die Erschöpfung der jungen Kunden abzeichnet, sollten sie Kinder darauf hingewiesen werden, mit dem Besuch des Restaurants oder dem Aufsuchen eines anderen Beckens, welches weniger körperliche Anstrengung erfordert, eine Pause zu machen. Die Sprungbucht sollte nach dem Sprung in das kühle Nass vom Sprungbrett und dem Sprungturm immer mit der gegenüberliegenden Leiter verlassen werden. Ein grosses Sicherheitsrisiko birgt auch das Geländer auf dem Sprungturm, daher sollte diesem  Bereich ebenfalls grosse Beachtung gelegt werden.

Der Schwimmbereich ist den Schwimmkundigen vorbehalten. Im Schwimmbereich des Hallenbads werden keine Schwimmhilfen oder weitere Geräte (Luftmatratzen etc.) zugelassen. Übrigens sind diese auch am Spielnachmittag nicht erlaubt!

Auch das Rennen birgt immer ein Risiko, da die Rutschgefahr auf dem Hallenbadboden, besonders wenn dieser Nass ist, sehr gross ist. Auch bei der Treppe ist Vorsicht geboten.
 

Jugendliche (12 bis 18 Jahre)

Personen dieser Altersgruppe verfügen meistens über eine ausreichend gute Wasserkompetenz und kennen die Verhaltensregeln im Bad. Gefährliche Situationen entstehen häufig beim Austesten von Grenzen unter Einfluss einer Gruppendynamik und Selbstüberschätzung. In solchen Situationen ist es wichtig, dass die Badwache die entsprechenden Vorschriften genau kennt und konsequent durchsetzt.
 

Erwachsene und Senioren (ab 19 Jahren)

In dieser Altersgruppe entstehen gefährliche Situationen eher selten aufgrund von mangelhafter Wasserkompetenz oder Selbstüberschätzung. Gesundheitliche Probleme und fehlende körperliche Fitness gewinnen mit zunehmendem Alter an Einfluss.

Erweiterte Kenntnisse über häufig auftretende Krankheiten helfen dabei, Notsituationen rechtzeitig zu erkennen.

Kenntnisse typischer Ertrinkungsformen, ausgehend von Kundengruppen

Häufig sind Notsituationen im Wasser nur schwer als solche zu erkennen. Gerade bei Kindern ist es manchmal schwierig zu unterscheiden, ob es sich beim Plantschen um Spiel oder um eine ernsthafte Notsituation handelt. Im Zweifelsfall muss die Badwache immer intervenieren. Entpuppt sich die Situation nachträglich als ungefährlich, sollte dem Badegast (bei Kindern auch den Begleitpersonen) erklärt werden, wieso die Intervention durchgeführt wurde, damit dieser sein Verhalten entsprechend anpasst.

Kommt es trotz sorgfältiger Überwachung zu einer Notsituation, treten je nach Altersgruppe ebenfalls unterschiedliche Verhaltensmuster auf.
 

Kleinkinder

Kleinkinder ertrinken häufig lautlos, ohne dass hierfür vorher eindeutige Anzeichen erkennbar sind. Bereits 10 Zentimeter Wassertiefe und 20 Sekunden reichen aus, um in diesem Alter zu ertrinken. Aufgrund der fehlenden Orientierung ist ein Kleinkind nicht in der Lage, seine Atemwege über der Wasseroberfläche zu halten, um atmen zu können.

Ein Kleinkind in einer potenziell gefährlichen Situation wird ohne Verzögerung aus dem Wasser geborgen. Unaufmerksame Begleitpersonen können im Anschluss freundlich auf die Gefahr und das richtige Verhalten hingewiesen werden.
 

Kinder

Aufgrund des Körperbaus (verhältnismässig grosser, schwerer Kopf) kippen Kinder in diesem Alter bei Erschöpfung tendenziell mit dem Gesicht nach vorn ins Wasser. Als Abwehrreaktion beginnen sie mit den Armen zu schlagen, was als Kraulversuch fehlinterpretiert werden kann. Da sich Kinder im Wasser normalerweise aktiv bewegen, deuten passive Verhaltensmuster in dieser Altersgruppe eher auf eine Notsituation hin.

Bereits beim kleinsten Verdacht auf eine Notsituation wird sofort reagiert und das Kind an den Beckenrand geborgen. Es ist vor allem dann sinnvoll, den Vorfall direkt mit dem Kind und/oder der Aufsichtsperson zu besprechen, wenn es sich nicht um eine Notfallsituation gehandelt hat.
 

Jugendliche, Erwachsene und Senioren

Bei erwachsenen Personen beobachtet man bei Erschöpfung im Wasser einheitliche Verhaltensmuster. Die Körperposition verschiebt sich von der horizontalen in die vertikale Lage. Die Schwimmbewegungen nehmen aufgrund der Erschöpfung ab und das Opfer hat Schwierigkeiten, die Atemwege über Wasser zu halten. In dieser Situation fällt es der ertrinkenden Person schwer, sich bemerkbar zu machen. Sie ringt nach Luft, hat aber keinen Atem, um Hilfe herbeizurufen und keine Kraft, um zu winken. Kommt es dann zu einer Bewusstlosigkeit, kann das Opfer innerhalb von Sekunden auf den Beckenboden absinken.

Das Einschätzen der Fähigkeiten der Badbesucher setzt viel Erfahrung voraus. Nur durch konstante Beobachtung kann festgestellt werden, ob sich das Verhalten eines einzelnen Badbesuchers verändert.

Von Martina Camenzind
 

Badeordnung der Stadt Wädenswil

Die Badeordnung gilt für das Strandbad, Seebad, Hallenbad und Lehrschwimmbecken Steinacher in Wädenswil. Um einen geordneten Betrieb zu gewährleisten und damit die Benützungsqualität zu erhöhen, sind folgende Punkte einzuhalten:
  1. Für die Benützung der Anlagen ist ausser im Seebad (Brättlibadi) eine Eintrittsgebühr zu bezahlen, auch bei Wiedereintritt. Bei einer Einschränkung der Nutzung, z.B. witterungsbedingt, besteht kein Anspruch auf Rückvergütung. Bei Jahresabos gilt eine spezielle Regelung. Auskunft erhalten Sie an der Kasse.
  2. Bei offenen Wunden, übertragbaren Krankheiten, Trunkenheit etc. dürfen die Anlagen nicht benützt werden. Hunde sind ebenfalls vom Zutritt ausgeschlossen, ausgenommen Blindenhunde.
  3. Kinder unter 10 Jahren müssen von einer volljährigen Person begleitet werden, welche die Verantwortung übernimmt. Nach 18:00 Uhr müssen auch unter 16-jährige von volljährigen Personen begleitet sein.
  4. Die Benutzung der Badeanlagen erfolgt auf eigene Gefahr, beachten Sie die 6 SLRG-Badregeln.
  5. Die Verwendung von Bild- und Tonaufzeichnungsgeräten ist nicht erlaubt. Die BademeisterInnen / Badeaufsichten erteilen Ausnahmen. Der Eingangsbereich des Hallenbades sowie die Schwimmhalle und die Parkgarge werden teilweise Videoüberwacht.
  6. Alle Besuchenden verhalten sich so, dass sich niemand gestört, belästigt oder gar gefährdet fühlt.
  7. Badebekleidung (Hosen, Badekleid, Bikini, Burkini) müssen aus Polyester(misch)gewebe oder Lycra gefertigt sein. Babys tragen Badewindeln. Unter der Badekleidung darf aus hygienischen Gründen keine weitere Kleidung getragen werden. Die Duschen und das Hallenbad dürfen nur Barfuss oder mit Badeschuhen betreten werden.
  8. In den Freibädern sind Ball- und ähnliche Spiele auf speziell bezeichneten Spielwiesen erlaubt; ebenso das leise musizieren oder abspielen von Musik, sofern sich niemand daran stört.
  9. Der Schwimmbereich ist den Schwimmkundigen vorbehalten. Im Schwimmbereich des Hallenbads sowie ausserhalb des Nichtschwimmerbereichs in den Freibädern werden keine Schwimmhilfen oder weitere Geräte (Luftmatratzen etc.) zugelassen. Der Schwimmbereich im See ist durch gelbe Bojen begrenzt. Rettungsaktionen werden nach den SLRG-Standards durchgeführt.
  10. Die BademeisterInnen / Badeaufsichten können, sofern es ein geordneter Betrieb verlangt, weitere vorübergehende Anordnungen treffen, welche zu befolgen sind. Sie sind ausdrücklich ermächtigt, Besuchende, welche sich ungebührlich benehmen, wegzuweisen. Bei schweren Verfehlungen oder wiederholten Verstössen kann die Abteilung Sicherheit und Gesundheit für eine bestimmte Zeit ein Zutrittsverbot (Hausverbot) aussprechen.
Von Abteilung Sicherheit und Gesundheit
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SLRG Wädenswil 2017-12-16 | Martina Camenzind |
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