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Drei Modelle für unser Handeln

Mittwoch, 28. März 2018

Was braucht es, damit wir Rettungsschwimmer unserer Mission «Ertrinken verhindern» nachgehen können? Rettungsschwimmer, scheint die logische Antwort. Rettungsschwimmer müssen ausgebildet werden – darum auch ein entsprechendes Ausbildungssystem. Eine andere Antwort könnte Prävention lauten, um von Anfang an ein Fehlverhalten im Umgang mit dem Wasser zu verhindern.

Was der World Congress on Drowning Prevention 2015 in Malaysia zu Tage gefördert hat, ist die Notwendigkeit, dass eine verstärkte Zusammenarbeit nationaler und internationaler Akteure notwendig ist und dies in einem sogenannten «National Water safetyplan» münden sollte. Dieser von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschlagene Plan sieht vor, dass Ressourcen und Massnahmen rund um die Vermeidung von Wasserunfällen gebündelt und koordiniert werden, um eine noch grössere Wirkung zu erreichen – gemeinsam. Das nahmen die SLRG und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) zum Anlass, um ihre Aktivitäten noch besser abzustimmen und das Nationale Wassersicherheitsforum zu lancieren, das vergangenen November in seiner ersten Auflage in Bern über die Bühne ging. Nebst der Bündelungs- und Koordinationsfunktion unter den Beteiligten, soll dieses Forum auch für ein gemeinsames Verständnis bei der Verhinderung von Wasserunfällen beitragen. Zentrale Elemente hierfür sind Verständnis und Definition von Ertrinken, sowie verschiedene Modelle um dem Ertrinken die Stirn zu bieten. Die SLRG hat sich vollumfänglich diesen zentralen Punkten verschrieben, um ihre Arbeit noch mehr auf Wirkung und Wirkungsmessung auszurichten.

Wichtigster Punkt ist, dass im internationalen Verständnis Ertrinken nicht zwangsläufig mit Todesfolge gleichgesetzt werden kann. Die Definition für Ertrinken sieht nämlich folgendes vor: Ertrinken ist die Beeinträchtigung der Atmung durch das ungewollte, vollständige oder teilweise Eintauchen des Kopfes in einer Flüssigkeit. Ein Ertrinkungsfall kann entweder tödlich enden, zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führen oder ohne Schädigung ausgehen.

Ausgehend von dieser Definition definierte die SLRG für ihr künftiges Wirken folgende drei Modelle, die sie als zentral für Ihre Arbeit ansieht:
  • Tätigkeitsmodell SLRG
  • Wirkungsmodell SLRG
  • Handlungsmodell SLRG

Tätigkeitsmodell



Auch für die Ertrinkungsprävention und Wasserrettung gilt: Ressourcen müssen effizient und effektiv eingesetzt werden. Dazu soll in der Schweiz auf evidenzbasierte Praxis gesetzt werden. Also auf Berücksichtigung von aktuellen wissenschaftlichen Fakten, Expertise und praktischer Erfahrung sowie auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Zielgruppen.

Wirkungsmodell



Um den Ertrinkungsprozess unterbrechen oder am besten vermeiden zu können, müssen die Ertrinkungsursachen bekannt sein. Daraus lassen sich Interventionsstrategien und konkrete Massnahmen ableiten. Diese sind in regelmässigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Die entsprechende Systematik ist im Wirkungsmodell «Ertrinken verhindern» abgebildet. Das Modell bietet sämtlichen Akteuren in der Ertrinkungsprävention und Wasserrettung die Möglichkeit, sich zu verorten und Tätigkeiten aufeinander abzustimmen.

Handlungsmodell



Ertrinken wird nicht als Zustand, sondern als Prozess verstanden, den es so früh wie möglich zu unterbrechen und zu beenden gilt. Das von führenden Wissenschaftlern der Ertrinkungsprävention entwickelte Handlungsmodell «Ertrinken verhindern» verdeutlicht dies und zeigt auf, wie es gar nicht zum Ertrinkungsprozess kommen muss oder dieser unterbrochen und beendet werden kann. Je früher die Intervention, desto besser die Erfolgsaussichten. Und: Je später die Intervention, desto grösser das Eigenrisiko des Retters.
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SLRG Wädenswil 2018-06-23 | Martina Camenzind |
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