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Alkohol ist die häufigste Ursache für Badeunfälle

Donnerstag, 07. Juni 2018

Gerade am dicht bebauten Zürichsee wird nicht nur in Strandbädern gebadet. Wer an unbeaufsichtigten Stellen ins Wasser springt, ist auf sich alleine gestellt.


In der Sonne liegen, ein Bier trinken und wenn es zu heiss wird, einen Sprung ins kühle Wasser wagen. Was nach einem perfekten Sommerprogramm klingt, ist nicht ganz ungefährlich. Im Durchschnitt ertrinken in der Schweiz jährlich 45 Personen.

Eine der häufigsten Unfallursachen ist Alkohol- oder Drogenkonsum. Gefährlich wird es auch, wenn Eltern ihre Kinder unbeaufsichtigt lassen oder wenn sich Nichtschwimmer auf Luftmatratzen oder Poolnudeln ins tiefe Wasser wagen.

Auf dem Zürichsee sind tödliche Badeunfälle zwar selten, die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) mahnt aber dennoch zur Vorsicht. «Deutlich häufiger als Todesfälle passieren Verletzungen », sagt Philipp Binaghi, Kommunikationsleiter der SLRG. Im Vergleich zu anderen Schweizer Gewässern gibt es am Zürichsee nur wenig freien Uferraum. Deshalb konzentrieren sich die Badeaktivitäten zu einem Grossteil auf die beaufsichtigten Strandbäder.

Auf eigenes Risiko

Dort sind neben den Bademeistern die lokalen SLRG-Sektionen im Einsatz – in Wädenswil etwa im Strandbad und auf der Badewiese Naglikon. «Vor allem wenn viel Betrieb herrscht, also an den Wochenenden, steht von uns immer jemand am See und passt auf», sagt Susanne Naunheim, technische Leiterin der SLRG Wädenswil.

Ins Wasser springen kann man auch ohne Infrastruktur und Aufsicht. In Rapperswil-Jona etwa lockt die Wiese bei Busskirch an schönen Sommertagen viele Badefreudige an. «Das Baden an solchen Stellen geschieht auf eigenes Risiko», sagt Stadtschreiber Hansjörg Goldener.

Eintritt gleich Aufsicht

Auch in Männedorf gibt es neben der Badi Sonnenfeld andere inoffizielle Badeorte. Beliebt ist zum Beispiel die Wiese unterhalb des Spitals. Wie in Busskirch sorgen dort Rettungsringe für die Sicherheit der Badenden. Hinweistafeln mit den Baderegeln der SRLG oder einen Bademeister sucht man hingegen beiderorts vergeblich.

Nicht immer lässt sich von offiziell anmutender Infrastruktur auf eine Badeaufsicht schliessen. Ein solcher Fall ist der Badeplatz Ludretikon in Thalwil. Im Gegensatz zu den beiden anderen Thalwiler Seebädern Bürger I und II ist die Ludibadi seit dem Frühling 2016 unbewacht, dafür aber gratis. Vor Ort machen Schilder auf die Situation aufmerksam. «Die Badegäste können davon ausgehen, dass ein Bademeister vor Ort ist, wenn Eintritt bezahlt wird», sagt der Sportbeauftragte Ralf Oehri.

Regeln übersetzt

Weitaus wichtiger für die Sicherheit als die Badeaufsicht ist laut SRLG aber das richtige Verhalten der Badenden. «Die Rettungsschwimmer können nicht auf jede einzelne Person achten», sagt Naunheim. «Die beste Prävention von Unfällen ist die Einhaltung der sechs Baderegeln.» Weil von den Wasserunfällen überdurchschnittlich viele Ausländer betroffen sind, hat die SLRG diese in acht Sprachen übersetzt.

Von Linda Koponen in der Zürichsee-Zeitung
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SLRG Wädenswil 2018-10-04 | Martina Camenzind |
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