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Line Throw an den Schweizermeisterschaften

Sonntag, 17. März 2019

Die Schweizermeisterschaft stellt das jährliche Highlight des Rettungsschwimmsportes in der Schweiz dar. Teams aus der ganzen Schweiz messen sich und ihre Fähigkeiten in verschiedenen Pool-Disziplinen. In den Altersklassen «Masters» und «Open» wird zusätzlich ein «Line Throw»-Wettkampf angeboten, welcher nicht zur Gesamtwertung zählt.


Ganz so neu ist die Disziplin für die aufmerksamen Leser ja nicht, da diese international schon lange betrieben wird und einige Wädenswiler schon Podestplätze an internationalen Grossanlässen abstauben konnten. Dennoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, die Disziplin mit den relevanten Punkten im Regelwerk zu erklären. Beim Line Throw wirft der Wettkämpfer eine Leine zu einem Teammitglied, welches sich im Wasser auf der nahen Seite einer 12.5 m entfernten starren Querstange befindet. Der Werfer zieht das Opfer zurück an die Zielwand des Pools.

Der Start

Beim ersten Pfiff treten die Teilnehmer in die Wurfzone. Übungswürfe sind nicht erlaubt. Der Werfer hält ein Ende der Wurfleine in einer Hand. Das Opfer nimmt das andere Ende der Leine und begibt sich ins Wasser in die Nähe der starren Querstange in der zugewiesenen Bahn. Die Leine erstreckt sich auf das Opfer, das am Anfang sowohl die Leine als auch die Querstange mit einer oder zwei Händen festhält. Das Opfer kann seine Hand überall entlang der Stange gleiten lassen, solange es seine Hand nicht davon löst. Die überschüssige Leine kann auf beiden Seiten über oder unter der Querstange liegen. Beim zweiten Pfeifen nehmen die Konkurrenten ihre Startposition ohne unnötige Verzögerung ein. Der Werfer steht für die Startposition bewegungslos mit Fersen und / oder Knien zusammen und den Armen nach unten am Körper angelegt in der Wurfzone vor dem Opfer. Wenn alle Wettbewerber ihre Startpositionen eingenommen haben, gibt der Starter den Befehl «Take your marks» und wenn sich keiner mehr bewegt, erfolgt das akustische Startsignal.

Der Ablauf

Nach dem akustischen Signal nimmt der Werfer die Leine auf, um sie zum Opfer zurückwerfen, welches sie greift und durch das Wasser gezogen wird, bis es die Zielwand berührt. Die Opfer dürfen die Leine nur in ihrer vorgesehenen Bahn vor oder hinter der Querstange ergreifen. Sie dürfen abtauchen, jedoch sich nicht von der Querstange lösen, bevor sie die Wurfleine mit der anderen Hand greifen. Solange diese Punkte erfüllt sind, können die Opfer mit dem Fuss oder einem anderen Körperteil die Wurfleine in ihrer Bahn in eine Position bewegen, von welcher sie die Leine mit der Hand erreichen können. Während sie an den Rand gezogen werden, müssen sich die Opfer in Bauchlage befinden und die Wurfleine mit beiden Händen festhalten. Die Opfer dürfen sich nicht selbst an Wurfleine entlang in Richtung Zielwand bewegen. Aus Sicherheitsgründen können die Opfer die Leine mit einer Hand zum Anschlagen an der Wand loslassen. Die Opfer dürfen eine Schwimmbrille tragen. Um mögliche Interferenzen mit anderen Bahnen zu vermeiden, darf das Opfer das Wasser nicht verlassen und bleibt in seiner Bahn. Das Team wird disqualifiziert, wenn das Opfer versucht, aus dem Wasser herauszuklettern oder sich vor dem Signal des Chefschiedsrichters auf den Beckenrand setzt. In ähnlicher Weise bleibt der Werfer in der Wurfzone, bis der Schiedsrichter den Abschluss des Rennens signalisiert. Es gibt keine Strafe für das Ziehen an der starren Querstange, während versucht wird, die Wurfleine zu erreichen. Die Werfer müssen ausserhalb des Beckens und vor der ihren zugewiesenen Bahn bleiben, wobei die Wurfzone durch eine 1.5 m vom Beckenrand entfernte Marke gekennzeichnet ist. Die Werfer müssen mindestens einen Fuss vollständig innerhalb der Innenkante der Wurfzone halten. Jene, welche die Wurfzone verlassen, während sie das Opfer ziehen oder vor dem 45-Sekunden-Abschlusssignal, werden disqualifiziert. Unter der Bedingung, dass keine Interferenz mit einem anderen Teilnehmer besteht und mindestens ein Fuss vollständig innerhalb der Innenkante der Wurfzone verbleibt, kann jeder Körperteil des Werfers die Linie der Wurfzone ohne Strafe berühren oder überqueren. Werfer, die in das Wasser steigen oder fallen, werden disqualifiziert. Wenn ein Wurf zu kurz kommt oder ausserhalb der zugewiesenen Bahn liegt, können die Werfer die Leine erneut aufnehmen und so oft wie nötig bis zur 45-Sekunden-Grenze werfen. Falls die Disziplin innerhalb der vorgegebenen Zeitfrist nicht zu Ende gebracht, wird dies als «Did Not Finish» (DNF) bezeichnet. Die Wurfleine muss zwischen 16.5 m und 17.5 m lang sein und einen Durchmesser von 8 mm (± 1 mm) aufweisen. Die Teilnehmer müssen die Wurfleinen der Organisatoren benutzen. Die starre Querstange befindet sich 12.5 m vom Anfang des Pools entfernt an der Wasseroberfläche. Eine Toleranz von plus 0.10 m und minus 0.00 m ist zulässig.

Wädi-Style

Bei den Wädenswilern ergaben sich mit den Jahren Paarungen, bei welchen beide relativ gleichwertig gute Werfer sind und als Opfer von den körperlichen Voraussetzungen her keine grossen Unterschiede (Armlänge, Gewicht usw.) aufweisen. Daher wird vor dem Startblock Schere-Stein-Papier gespielt und so per Zufallsprinzip bestimmt, wer der Werfer und wer das Opfer ist. Die Erfolgsquote ist erstaunlich hoch!

Text von Martina Camenzind
Bild von Martina Camenzind
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SLRG Wädenswil 2018-04-17 | Martina Camenzind |
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