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Sie hat Gross und Klein die Freude am Wasser weitergegeben

Freitag, 21. Juni 2019

Hunderte Kinder und Erwachsene haben während der vergangenen 32 Jahre das Schwimmen bei Bea Hocking gelernt. Nun hört sie auf und freut sich auf den Ruhestand.


Wahrscheinlich haben halb Wädenswil und viele andere Frauen, Männer und Kinder aus der nahen und weiteren Region das Schwimmen bei ihr gelernt. Bea Hocking war mit viel Freude und Leidenschaft als Schwimmlehrerin und Aquafit-Instruktorin im Hallenbad Wädenswil tätig. Nach 32 Jahren ist es Zeit für sie, aufzuhören. «Ich möchte aufhören, solange es mir Spass macht», sagt sie.

Für ihre klare und bestimmte Art war sie bekannt. Entweder man liebte sie oder nicht. Bea Hocking hört mit einem guten Gefühl auf. Sie freut sich, in den kommenden Herbst- und Wintermonaten mehr freie Zeit für sich zu haben. Mit ihrem Mann will sie reisen, wandern, schlitteln und Ski fahren gehen und mit ihrem Hund ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. «Bei Bedarf werde ich gerne aushelfen», sagt sie. Aber grundsätzlich hat sie mit ihrer Karriere als Schwimm- und Aquafit-Lehrerin abgeschlossen. Dem Rettungsschwimmen (SLRG), dem sie seit langem angehört, bleibt sie treu. Ebenfalls wird sie das Kaltwasserschwimmen im Dezember weiterhin organisieren. Am 21. Juni hat sie ihren letzten Arbeitstag im Hallenbad Wädenswil.

«Ich konnte meinen Traumberuf 32 Jahre lang ausüben, was will ich mehr», sagt sie. Wahrscheinlich werde sie erst, wenn die Schwimmkurse im Herbst wieder anfangen, bemerken, dass sich etwas geändert hat. Während der Sommermonate fanden in der Vergangenheit keine Kurse statt.
 

Immer mehr Kurse

Geplant hatte die bald 64-Jährige nicht, Schwimmlehrerin zu werden. Zwar ist sie schon als Mädchen und Jugendliche immer gern geschwommen, aber dies als Beruf auszuüben, daran hätte sie nie gedacht. Als ihre Tochter mit vier Jahren in den ersten Schwimmkurs ging, wurde sie von Ilse Rüegg, der damaligen Schwimmlehrerin und auch Mitglied der SLRG, angefragt, ob sie auch unterrichten möchte. «Die Nachfrage war gross und es hat mich gereizt», erzählt Bea Hocking.

Als junge Mutter unterrichtete sie vor allem abends, als der Vater auf die Kinder aufpassen konnte. Angefangen hat sie mit Schwimmkursen für Kinder, später kamen Rückenschwimm-, Anfänger- und Anfängercrawlkurse für Erwachsene sowie Aquafit-Kurse dazu sowie Trainings für Erwachsene und Kinder in der SLRG. Während 20 Jahren lehrte sie den Schulkindern von Schönenberg und Horgenberg das Schwimmen.
 

Neu als Teilnehmerin dabei

Auch wenn sie selber nicht mehr am Beckenrand stehen wird, bleibt Bea Hocking ihrer Passion treu. Fast jeden Tag geht sie schwimmen. Auch bei Wassertemperaturen von 14 Grad. Das möchte sie beibehalten. In all den Jahren hat sie zum Glück nie einen ernsten Zwischenfall im Wasser erlebt. «Ich hatte immer Freude, wenn ich den Kindern das Wasser näherbringen konnte.» Auch als Aquafit-Kursleiterin hört sie auf. Die Stunden will sie allerdings künftig als Teilnehmerin besuchen. «Es sind schöne Freundschaften über die Jahre entstanden, die möchte ich weiterpflegen», sagt Bea Hocking.

Nun freut sie sich, sich am 21. Juni um 19 Uhr mit einem Apéro im Hallenbadrestaurant von all ihren Weggefährten der letzten 32 Jahre zu verabschieden. Einen Nachfolger für ihre Schwimmschule zu finden, war nicht einfach. Aber sie hat mit Jasmin Kölliker und Gabriela Cortesi für die Kinderkurse, Karin Weiss für den Anfängercrawlkurs und Samantha O’Connor und Anita Schärrer für die Aquafit-Kurse fünf engagierte Frauen gefunden, die ihr Werk weiterführen werden. «Obwohl viele bedauern, dass ich aufhöre, ist es für mich der richtige Zeitpunkt. Ich blicke auf 32 schöne, interessante und erfüllte Jahre zurück.»

Text von Carole Bolliger (Zürichsee-Zeitung)
Bild von Michael Trost (Zürichsee-Zeitung)
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      SLRG Wädenswil 2020-09-08 Martina Camenzind
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