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Viele Defibrillatoren sind nur zu Bürozeiten zugänglich

Montag, 05. August 2019

Immer mehr Gemeinden verfügen über öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Eine Umfrage der ZSZ zeigt jedoch: Oftmals weiss die Bevölkerung gar nicht, wo diese stationiert sind.


Wenn das Herz aufhört zu schlagen, dann zählt jede Minute. Kein Wunder, setzen immer mehr Städte, Gemeinden und Firmen auf einen Laien-Defibrillator – einen sogenannten automatisierten externen Defibrillator (AED). So montiert die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) bis Ende September an 23 Bahnhöfen Defibrillatoren des neusten Typs AED 3. Am Zürichsee betrifft dies die Bahnhöfe Samstagern, Freienbach, Wilen bei Wollerau und Wollerau. Mit der Installation der Defibrillatoren will die SOB die Sicherheit der Fahrgäste und des an den Bahnhöfen arbeitenden Personals verbessern. Eine Umfrage der ZSZ zeigt zudem, dass sich auch die Gemeinden am Zürichsee immer häufiger für den Notfall rüsten. In rund der Hälfte der Gemeinden ist ein Defibrillator im Gemeindehaus vorhanden. Ebenfalls ist es in den meisten Seegemeinden Usus, dass in Schulhäusern, Sportanlagen und Bädern ein Defi installiert wurde. Auch die Blaulichtorganisationen der Gemeinden sind allesamt mit Defibrillatoren ausgerüstet.

Standorte nicht bekannt

Ein Defibrillator verbessert die Chancen einer erfolgreichen Wiederbelebung, darin sind sich die Experten alle einig. Allerdings muss die Bevölkerung wissen, wo im Ernstfall ein solches AED-Gerät verfügbar ist. In den Gemeinden der Zürichseeregion ist das jedoch nicht immer der Fall. Während einzelne Gemeinden auf ihrer Website die Standorte sämtlicher öffentlicher Defis aufgelistet haben oder diese via amtliches Publikationsorgan be kannt gegeben haben, verzichtet über ein Drittel auf jegliche Art der Bekanntmachung.

Eine weitere Schwierigkeit ist zudem, dass viele der mobilen Geräte gar nicht rund um die Uhr zugänglich sind, sondern in Gebäuden stationiert sind, die an feste Öffnungszeiten gebunden sind. Notfälle halten sich aber leider nicht an Geschäftszeiten. In den Gemeinden Männedorf, Uetikon, Rapperswil-Jona, Eschenbach, Weesen, Hütten und Schönenberg ist deshalb mindestens je ein Defibrillator rund um die Uhr für die Bevölkerung erreichbar. In der Gemeinde Eschenbach arbeitet man nach Auskunft des Gemeindeschreibers derzeit zudem daran, sämtliche neun vorhandenen Geräte an Aussenstandorte zu transferieren. In Wädenswil besteht gemäss Angaben  der Stadtschreiberin Esther Ramirez das selbe Problem.

Es gibt es gemäss der Stadtschreiberin von Wädenswil einen Übersichtsplan mit den Standorten der Defibrillatoren. Nach mehrmaliger Nachfrage erhielt ich diesen aber leider nicht. Schade, kann man die Standorte in Wädenswil nicht weiter bekannt machen und so vielleicht einige Minuten bei der Suche einsparen, um ein Leben zu retten.

Text von Zürichsee-Zeitung und Martina Camenzind
Bild von Manuela Matt (Zürichsee-Zeitung)
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SLRG Wädenswil 2019-08-25 | Martina Camenzind |
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