GESCHICHTE

Vorgeschichte

Im Jahre 1933 wurde die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Schweiz gegründet. Sie setzte sich vor allem zum Ziel, die Ertrinkungsunfälle in der Schweiz zu reduzieren, was ihr auch erfolgreich gelang. 1947 fanden die ersten Sektionswettkämpfe statt; daran nahmen sechs Sektionen teil. Heute ist die Teilnehmerzahl an den Schweizermeisterschaften auf etwa 100 Sektionen angestiegen.

Gründung in Wädenswil

1952 und 1953 führte ein Kantonspolizist in Wädenswil Rettungsschwimmkurse durch. Solche Kurse waren damals noch wenig verbreitet; rund um den Zürichsee ertranken jährlich mehrere Personen. Hier bestand Handlungsbedarf: Zwölf Brevetierte aus beiden Kursen, alles Männer, trafen sich im Oktober 1953 im Säli des Restaurant Schwanen, um eine neue SLRG-Sektion zu gründen. Neun entschlossen sich zur aktiven Mitarbeit. Der Präsident, Gottfried Aschmann, musste allerdings zu seinem Glück gezwungen werden. Als Kassier stellte sich Willi Strickler zur Verfügung, als Technischer Leiter Walter Strebel, der sich verpflichtete, das Brevet II zu erlangen.

Im Jahre 1954 leitete Walter Strebel den ersten Rettungsschwimmkurs. Die Kurskosten betrugen damals 12 Franken für Eintritt, Kurs, Prüfung, Brevetierung und Ausweis.

Die Generalversammlung von 1955 genehmigte die ersten Statuten. Zudem konnte ein Aktuar und ein Beisitzer in den Vorstand gewählt werden. Die Startschwierigkeiten waren 1956 noch nicht überwunden. Erneut musste ein Präsident, Hansueli Amann, bestimmt werden. Gemeinsam mit dem ganzen Vorstand, der wohl eher einem Einmannbetrieb glich, rettete sich der junge Verein ins Jahr 1957, in welchem Ernst Eschmann Präsident wurde.

Auf Kurs

Der Verein war damals klein und familiär; die Mitglieder hatten einen guten Zusammenhalt. Endlich kam etwas Schwung in die Sache. Die Trainings fanden im Sommer in der Badanstalt statt, wo man Griffe trainierte und «Fangis» machte. Anschliessend liess man den Abend im «Volkshaus» ausklingen und ging selten vor Mitternacht nach Hause.

Schon sehr früh gab es Vereinsmeisterschaften, die am Anfang gemeinsam mit Richterswil und Stäfa ausgetragen wurden. Die Gründer der drei Vereine standen sich nahe; auch nach den Anlässen sass man noch beisammen.

1958 wurde das Vereinsleben erneut getrübt. In der SLRG Zürich, an die sich die Wädenswiler stark angelehnt hatten, weil sie im Winter manchmal auch dort trainiert hatten, war es zum Krach gekommen. Deshalb spaltete sich ein Teil der SLRG ab und gründete den Schweizerischen Rettungsschwimmverband (SRV). Wädenswil trat diesem ebenfalls bei und wurde dadurch zum «Verein Rettungsschwimmen Wädenswil» (VRW).

Auslandkontakte und Jubiläen

Um 1960 wurde in Bingen (Deutschland) ein neues Hallenbad eingeweiht. Da Bingen nahe an der Grenze der Schweiz liegt, waren die Rettungsschwimmer aus diesem Ort vorher zum Training nach Zürich gefahren. Dort hatten sie auch die Wädenswiler getroffen. Diese wurden deshalb zur Eröffnungsfeier des neuen Bades eingeladen. Dabei entstanden Kontakte zu Heidelberg (Deutschland) und zur Familie Scholl. Um 1965 wurde die Heidelberger Freundschaft offiziell besiegelt. Danach besuchte man sich gegenseitig und es kam sogar zu einer Heirat.

1963 wurde Walter Krüsi Präsident. Während seiner 15-jährigen Amtszeit wuchs der Verein und es ereignete sich viel. 1965 stand ein Doppeljubiläum an: 10 Jahre Seetraversierung und 10 Jahre SLRG Wädenswil.

Die erste Seetraversierung war 1956 noch kein Grossanlass, sondern eher ein Event für die Vereinsmitglieder. In kleiner Gruppe, von einem Boot begleitet, schwammen sie schwatzend und sich Witze erzählend über den Zürichsee. Anders am 3. Juli 1965: nachdem die Mitglieder und ihre Gäste am Nachmittag über den See geschwommen waren, amüsierten sie sich an der Jubiläumsfeier im «Engel». Am bunten Abend ging es hoch zu und her; bei einer Darbietung wurde sogar mit einer Axt ein altes Klavier in Stücke geschlagen.

1969 ereilte die Geldnot den SRV und so war man in Wädenswil wohl oder übel gezwungen, wieder mit der SLRG zu fusionieren. Dies bedeutete auch den Wechsel zum ursprünglichen und heutigen Namen «SLRG Wädenswil».

In den 1970er-Jahren

1973 wurde das Hallenbad Wädenswil eröffnet, was es endlich ermöglichte, auch im Winter in Wädenswil zu trainieren. Früher mussten sich die Mitglieder mit einem Training in der Turnhalle begnügen und fuhren etwa einmal im Monat in vollgestopften Autos nach Zürich, um Wasser zu fühlen.

Das neue Hallenbad hatte zur Folge, dass der Kontakt zu Zürich einschlief, da man nicht mehr dort trainierte. Für das Trainieren im Hallenbad verlangte die Stadt nach einiger Zeit eine Gegenleistung: Die SLRG übernahm die Badewache.

1975 wagten sich die ersten Vereinsmitglieder nach Genf an den «Coup de Noël» (13 Jahre später waren es gar deren 19). Da ihnen das Schwimmen im eisigen Wasser gefiel, wurde auch in Wädenswil das Kaltwasserschwimmen lanciert. Vorerst war auch dieser Anlass klein und fein und nur für Mitglieder bestimmt. Heute dürfen auch Aussenstehende daran teilnehmen.

1978 übernahm Heini Hottinger das Präsidium. Im Mai 1979 gründete Ilse Rüegg mit etwa 15 Kindern, welche die Schwimmtestkurse bestanden hatten, die Jugendgruppe. Schon am 24. Juni nahm die Jugendgruppe  an einem Regionaltreffen in Kilchberg teil und holte gleich den ausgezeichneten 3. Rang! Dies war der glorreiche Auftakt zu den schwimmerischen Leistungen unserer Jugend, die immer wieder Podestplätze belegt.

In den 1980er-Jahren

1980 feierte der Verein auf der Halbinsel Au das 25-Jahr-Jubiläum. Zu diesem Anlass verkleideten sich die Vereinsmitglieder. Und wie schon zuvor wurde das «Seebuebelied» gesungen. Heute ist es leider etwas in Vergessenheit geraten.
 
Juhee die luschtige Buebe sind da, Die Buebe vom Zürisee.
Gang‘s Ländeli uf, gang‘s Ländeli ab,
So Kärli findsch niene, persée, persée,
Händ immer en g‘sunde und frohe Muet,
Und wänns grad Chatze hagle duet.

Hallih, halloh, d‘ Seebuebe sind do (Pfiff), ja, so!

Chuum simmer hinder de n‘ Ohre troche,
So düemer scho jasse und chegle,
Und fische und fahre und schwümme im See,
Drum seit mer öis Züriseehegle.
Es Schätzli hät scho en jede Chnopf,
Susch isch er en trurige Zwätschgechopf.

Hallih, halloh, d‘ Seebuebe sind do (Pfiff), ja, so!

Am Samstig z‘ Abig da gömmer z‘ Liecht,
Bald obsi, bald nidsi am See.
Doch erscht, wänn d‘ Stärndli schiine tüend,
Denn g‘hört üs und gseht üs kei Mensch meh.
Doch mängisch, da chunt mer nöd bis zum Chind,
Si haued eim vorhär es Loch in Grind.

Hallih, halloh, d‘ Seebuebe sind do (Pfiff), ja, so!

Und chunt dänn d‘Suser und d‘ Chilbizyt,
So simmer ganz usem Hüüsli.
Mer hauets in Leue, in Hirsche, is Chrüz,
und tanzed mit öisene Gschpüsli.
S‘ wird g‘sunge und g‘ johled und musiziert,
bis d’Schuggerei alli a d‘Luft spediert.

Hallih, halloh, d‘ Seebuebe sind do (Pfiff), ja, so!

Und wänns üs ändli uf‘s Totebett leit,
So brucht üs au niemer meh z‘ tröschte.
Mir hauets mit Fröide i d‘Ewigkeit,
Vom Chlinschte a bis zum Gröschte.
De Petrus seit: Grüess Gott bim Eid,
Uf dich han ich gwartet, du liebe Cheib.

Hallih, halloh, d‘ Seebuebe sind do (Pfiff), ja, so!

Ihr Engel, en Seebueb isch choo!
 
1983 wurde Werner Kunz Präsident. Ihn hielt es jedoch nur ein Jahr in diesem Amt. Dann übernahm Rolf Läuffer die Leitung des Vereins. Seine Amtszeit stand im Zeichen der Seetraversierung. Er führte Pflichtenhefte ein, was die Organisation dieses grossen Anlasses vereinfachte. Jeder Funktionär wusste über seine Aufgabe Bescheid und zur Not hätte auch jemand anderer den Auftrag erfüllen können. Weniger erfreulich war, dass Rolf Läuffer 1985 das erste Mal eine Seetraversierung absagen musste. Die Wassertemperatur betrug weniger als 20 °C und das war einfach zu kalt, um über den See zu schwimmen.

1986 wurde im Hallenbad ein 24-Stunden-Schwimmen durchgeführt. Während 24 Stunden musste permanent jemand am Schwimmen sein. für den Anlass bot man an die 50 Helfer auf. 1993 wurde der Wettkampf als Millionen-Meter-Schwimmen wiederholt, jedoch mit weniger Erfolg. Trotz der Musik, die gespielt wurde, schwammen am Ende nur noch Mitglieder des Schwimmvereins, ohne Konkurrenz; die Beteiligung war ohnehin mässig gewesen.

1989 wurde Thomas Roos neuer Präsident. Für die vielen Ordner, die er mit diesem Amt erbte, erhielt er ein Büchergestell geschenkt. Dennoch gab er sein Amt bereits 1993 wieder ab.

In den 1990er-Jahren

Der Nachfolger, Beat Henger, stach durch seine genialen, dichterischen und musikalischen Beiträge an der Generalversammlung hervor. Die Jugendgruppe erreichte 1995 an den Schweizer Meisterschaften in Netstal den ausgezeichneten 1. Rang. Zur Siegermannschaft gehörten Sally und Ken Hocking, Reto Ansorge, Stefan Bollier, Corinne Baumgartner, Claudia Haas und Regula Isler. Dies war das erste Mal, dass Wädenswil einen Meistertitel erschwamm.

1997 gab Ruedi Schoppmann den ersten «Wasserspiegel» heraus. Seither verfügt der Verein über ein eigenes Informationsblatt. Im selben Jahr fand zum letzten Mal die Vereinsmeisterschaft statt.

1998 übernahm Michael Vogt das Präsidium. Mit Erfolg liess er die Heidelberger Freundschaft wieder aufleben, sodass die Mitglieder der SLRG Wädenswil das Heidelberger Nachtleben wieder geniessen konnten.

Im neuen Jahrtausend

Im Jahre 2001 fand das Trainingsweekend in Winterthur statt. Um die Organisation zu vereinfachen, verlegte man es in den Folgejahren nach Wädenswil. Die Jugend erkämpfte sich an den Jugendschweizermeisterschaften zwei Podestplätze. Jennifer Moser, Oliver Conrad, Sabrina Todesco und Sonja Walker schwammen auf den 2. Rang und auf dem 3. Rang klassierten sich Alessandra Zamboni, Alessandro Todesco, Elias Schmäh und Silvan Walker.

Die Generalversammlung stimmte 2002 einem neuen Logo und einem neuen Vereins-Shirt zu. Seither ist die SLRG Wädenswil in Gelb gekleidet.

Der Wasserspiegel wurde im Jahre 2003 von Rolf Läuffer an Stefan Berg und die Schwestern Janine und Stefanie Zweifel übergeben, dies war der Anfang einer sehr amüsanten Wasserspiegelzeit. Die Seetraversierung schrieb in diesem Jahrhundertsommer mit 924 einen Teilnehmerrekord. Die Jugendschweizermeisterschaften in Val de Ruz wurden in diesem Jahre mit dem Car besucht und mit Jennifer Moser, Martin Stalder, Oliver Conrad, Sabrina Todesco und Sandra Keller schwammen die Jungen auf den 3. Rang. Mit Rahel Schmäh qualifizierte sich zum ersten Mal ein Wädenswiler Rettungsschwimmer für die Juniorennationalmannschaft und dies mit grossem Erfolg: sie ersprintete sich an den Jugendeuropameisterschaften in Viareggio und Livorno ITA völlig überraschend in der 4 x 90 m Beach Sprint Realy die Bronzenmedaille!

In die Präsidialzeit des 2004 gewählten Roger Kälin - eines internationalen Wettkämpfers und Gewinners des Schweizer-Meister-Titels - fiel das 50-Jahr-Jubiläum der SLRG Wädenswil. Die Weltmeisterschaften der Master fanden in diesem Jahr in Viareggio und Livorno ITA statt. Brigitte Wanger erkämpfte den ersten Weltmeistertitel für die SLRG Wädenswil im 2 km Beach Run. Mit dem 2. Rang beim Rescue Board Rescue und dem 3. Rang in der 4 x 50 m Hindernisstaffel gewann sie einen kompletten Medaillensatz. Bezüglich Rettungsgeräte fand eine Erneuerung statt: die ersten Gurtretter wurden angeschafft, welche die Rettungsboje bei der Badewache ersetzten. Als der Gemeinderat am 13. Dezember das Budget 2005 annahm, fiel der Startschuss für einen eigenen Vereinsraum im Strandbad Rietliau.

Das 50-Jahr Jubiläum wurde am 9. Juli 2005 im Strandbad Wädenswil im Beisein verschiedener Gäste mit einem Spielnachmittag für Alt und Jung und einer internen Feier am Abend. Unter dem Motto «Ziitreis» hielten Mitglieder - in Badekostüme der jeweiligen Zeit gekleidet - Rückschau auf 50 Jahre Vereinsgeschichte und Lebensrettung. Am 26. April wurde der Vereinsraum im Strandbad Rietliau fertiggestellt, welcher für Kursausbildungen, sowie im Sommer in den Trainings und diversen Anlässen zur Verfügung steht. An den Jugendschweizermeisterschaften in Horgen erkämpften sich Adrian Köstli, Fabian Wegmann, Jessica Moser, Kevin Loepfe, Lorena Maffi und Severin Hauser die Silbermedaille. Für das Masterteam mit Brigitte und Heinz Wanger und Roger Kälin ging die Europameisterschaften in Lübeck und Travemünde (Deutschland) mit sage und schreibe 34 Medaillen (davon 17 Titel) als die Erfolgreichste in die Vereinsgeschichte ein. International erfolgreich waren auch Kevin Loepfe, Martin Stalder, Oliver Conrad und Stefan Berg in Simonswald (Deutschland), welche das erste Mal an einem internationalen Sektionswettkampf im Pool Gold gewannen.

Das erste Sportlager für die Jugendgruppe fand im Jahre 2006 in Tenero statt. Auch das über einige Jahre regelmässig stattfindende Flussschwimmen in der Linth und anschliessend in der Limmat, welches später in die Limmat verschoben wurde, fand ihren Anfang.

Die Jugendgruppe erreichte 2007 an den Schweizermeisterschaften in Brugg mit Silvan Gruber, Severin Hauser, Adrian Köstli, Kevin Loepfe und Oliver Wanger den 2. Rang. Eine sensationelle Leistung bot das Damenteam mit Sandra Keller, Daniela Knutti, Rahel Schmäh, Sarah Schmäh, Nadia von Escher und Brigitte Wanger, welche das erste Mal für die SLRG Wädenswil an der Schweizermeisterschaft der Erwachsenen mit dem dritten Rang eine Medaille holten.

Anlässlich der Stationseröffnung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Heidelberg am Ufer des Neckars im Jahre 2008 wurde eines der eingeweihten Rettungsboote auf den Namen «Wädenswil» getauft. Die 3. Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen der Master fanden dieses Jahr in Warnemünde und Berlin (Deutschland) statt und Brigitte und Heinz Wanger kehrten mit sieben Medaillen im Gepäck zurück.

Im Jahre 2009 gelang es einer Mannschaft an den Jugendschweizermeisterschaften in Winterthur den Schweizermeistertitel zu gewinnen: Noemi Frischknecht, Laura Reich, Saskia Eirich und Sandro Wanger.

In den 2010er-Jahren

Bereits am Freitag wurde die Seetraversierung im Jahre 2010 zum zweiten Mal in ihrer Geschichte aufgrund der tiefen Wassertemperatur abgesagt. Die Masters brachten wieder Medaillen von den Weltmeisterschaften zurück in die Schweiz, diesmal von Alexandria in Ägypten: Brigitte Wanger gewann sechsmal Gold!

2011 gelang es der Herrenmannschaft vier Jahre nach den Damen an den Schweizermeisterschaften in Grenchen auf das Podest zu schwimmen: Oliver Conrad, Björn Manser, Martin Stalder, Heinz, Oliver und Sandro Wanger erreichten den 3. Rang. In der Schweiz erfolgten ebenfalls die ersten Podestplätze an einem Freigewässerwettkampf auf Sektionsebene: die Herrenstaffel mit Björn Manser, Oliver Conrad, Den Brüdern Oliver und Sandro Wanger ersprintete sich in der Beach Sprint Relay den 3. Rang, gleichsam wie in der Lakeman Relay. Björn Manser bewies an seinem ersten Freigewässerwettkampf mit dem 2. Rang, dass er nicht nur Plättchen am Schwimmbeckenboden zählen kann und das Board Rescue dominierten er und Oliver Wanger nach Belieben.

An den Schweizermeisterschaften in Muri AG im Jahre 2012 gelang es der Herrenmannschaft mit Oliver Conrad, Björn Manser, Heinz, Oliver und Sandro Wanger, ihre Bronzemedaille aus dem Vorjahr zu verteidigen. In Colmar (Frankreich) erschwamm die Damenmannschaft mit Martina Wanger, Carolina Grajales Garcia, Michèle Nussbaumer und Katja Zimmermann den 2. Rang in der Staffelgesamtwertung und somit ihren ersten internationalen Podestplatz auf Sektionsebene. Die vom Wettkampfchef eigenhändig genähten Freigewässerkappen kamen das erste Mal zum Einsatz. Leider stand die Abmagerungskur dem Wasserspiegel infolge mangelnder Berichte und immer weniger werdenden Inhalte nicht gut zu Gesicht und so wurde dieser kaltgestellt.

Im Jahre 2013 erfolgte die erste Medaille in einer Einzeldisziplin im Pool für die Herren an einem internationalen Wettkampf: Björn Manser platzierte sich auf dem 3. Rang im 200-Meter-Hindernisschwimmen. An der Eröffnung des Seeuferweges zwischen Wädenswil und Richterswil wartete die SLRG Wädenswil beim Holzpodest auf Interessierte und informierte über den Verein. Auch die ersten internationalen Podestplätze im Freigewässer folgten mit Oliver und Sandro Wanger in diesem Jahr in Colmar (Frankreich), dies in den Einzel- sowie Mannschaftsdisziplinen. Zum 75 Jahre Jubiläum organisierte die SLRG Luzern einen Event der Superlative, an dem die vier Schwimmerinnen Annika Hochstrasser, Daniela Marty, Martina Wanger und Valentina Grajales Garcia teilhaben durften: 75 Schwimmer und Schwimmerinnen zogen die 330 Tonnen schwere «Gallia» über 100 Meter und erhielten dafür einen Eintrag ins Guinness Buch der Weltrekorde! Die SLRG Wädenswil verfügt das erste Mal über eine offizielle Vereinsbadekappe.

Sandro Wanger gewann 2014 die Lakeman Euro Challenge, welche eine Gesamtwertung aus drei Rennen in der Schweiz, in Frankreich und Belgien ist. Die Schweizermeisterschaften verliefen in diesem Jahr ebenfalls so erfolgreich wie noch nie zuvor: die erste Herrenmannschaft mit Marco Camenzind, Björn Manser, Oliver und Sandro Wanger wurde Vize-Schweizermeister. Der Wettkampfchef Oliver Wanger organisierte das erste Trainingslager für die Wädenswiler im Ausland: im wellenverwöhnten Fuerteventura in Spanien. An den Weltmeisterschaften der Master in Montpellier und Grand-Motte (Frankreich) holten sich Brigitte und Heinz Wanger im Pool  drei Medaillen. Zudem brillierte Brigitte Wanger im Beach Run über 2 Kilometer und holte sich den Weltmeistertitel. Für die immer beliebter werdenden Training im Freigewässer und die Wettkämpfe in selbigen wurden die ersten Rescue Boards angeschafft.

Das Abtreten des amtierenden Präsidenten Martin Stalder im Jahre 2015 hatte zur Folge, dass der Verein für zwei Jahre ohne Präsident bleiben wird. An den Europameisterschaften der Master in Alicante (Spanien) gewann Brigitte Wanger sechsmal Edelmetall und Heinz Wanger holte sich mit Jörg Senften gemeinsam den Europameistertitel im Line Throw. Bei den Jugendeuropameisterschaften kam es gleich am ersten Tag im Pool von Torrevieja (Spanien) zum Kracher: Cyril Senften sicherte sich den Europameistertitel bei den Junioren im Line Throw, nur 3 Hundertstelsekunden über dem Juniorenweltrekord! Im Meer gelang ihnen eine zweite Überraschung, wo Cyril Senften in der 4 x 90 m Beach Sprint Relay mit seinem Team Bronze feiern konnte. Sandro Wanger pulverisierte in Jönköping SWE den Schweizerrekord über 200 m Hindernis um 2 Sekunden. Der Vizeschweizermeistertitel an den Schweizermeisterschaften in Chur wurde von Björn Manser, Cyril Senften, Marco Camenzind, Oliver Wanger und Sandro Wanger erfolgreich verteidigt.

An den Weltmeisterschaften im Jahre 2016 in Eindhoven NED gewann Brigitte Wanger den Vizeweltmeistertitel im 2 km Beach Run. Die älteste Seeüberquerung des Zürichsees von Männedorf nach Wädenswil feierte ihr 60-Jahr-Jubiläum. Als Jubiläums-Überraschung  erwarten zwei Alphorn-Bläser  die Schwimmer und ihre Fans und erfreuten sowohl die in Männedorf Wartenden wie auch die bereits Geschwommenen im Strandbad Wädenswil. Am Orange Cup in Eindhoven (Holland) gewann Cyril Senften das Line Throw mit Juniorenweltrekordzeit, welche jedoch leider wegen fehlender Dopingkontrolle als inoffiziell abgestempelt wurde.

2017 fand nach vielen Jahren Unterbruch endlich wieder ein Skiweekend in Klosters statt, welches von Keyvan Tavakoli und Oliver Wanger organisiert wurde. Und noch erfreulicher: mit Kevin Loepfe hatte der Verein wieder einen Präsidenten gefunden und es tat sich viel in diesem Jahr! Die Wädenswiler erscheinen seit dem Sommer in neuer Vereinskleidung, welche mit einer kleinen Ergänzung in Schwarz immer noch in Gelb gehalten ist. In diesem Jahre liess Martina Camenzind die Vereinszeitschrift «Wasserspiegel» wieder aufleben. Nebenbei betreibt die SLRG Wädenswil funktionierende Flüchtlingsintegration: vier Flüchtlinge aus Afghanistan und einer aus dem Iran besuchen regelmässig das Aktivtraining. Am 3. Juni fiel der Startschuss für das Wadin Rescue, ein Programm, welches den Wädenswiler Rettungsschwimmer ermöglicht, einmal im Monat ihre Fähigkeiten in der ersten Hilfe zu schulen. Björn Manser, Cyril Senften, Marco Camenzind, Marco Hüppin, Oliver und Sandro Wanger holten sich an den Schweizermeisterschaften in Estavayer-le-Lac FR den Vizeschweizermeistertitel (wie in sämtlichen Disziplinen, ausser die prestigeträchtige Rettungsleinenstaffel, welche sie souverän für sich entscheiden). In der Sektionswertung, welche die Resultate der ersten Damen- sowie Herrenmannschaft zusammenzählt belegte die Sektion Wädenswil den hervorragenden zweiten Platz. Die Europameisterschaften in Ostende und Brügge BEL der Nationalmannschaft ging als die Erfolgreichste überhaupt in die Schweizer Geschichte ein: Sandro Wanger startete an den ersten 3 Pooltagen gleich mit 3 Schweizerrekorden in 200 m Hindernis,  4 x 50 m Hindernisstaffel und der 4 x 50 m Gurtretterstaffel, in welcher das Schweizer Team nur 0.4 Sekunden hinter dem Podium blieb und 5. wurde. Im Doppelboard profitierten Sandro Wanger und Kevin Schuler der SLRG Innerschwyz von einem Fehler der Franzosen und stiessen so unerwartet auf Rang 3 vor. An den diesjährigen Europameisterschaften in Alicante (Spanien) erkämpften sich die Master mit Brigitte Wanger zweimal Edelmetall und Heinz Wanger und Jörg Senften verteidigten ihren Europameistertitel vom Vorjahr souverän. Im Board Race in Colmar (Frankreich) feierte Martina Camenzind den ersten Sieg einer Wädenswiler Rettungsschwimmerin an einem internationalen Freigewässerwettkampf auf Sektionsebene.

Heutige Tätigkeit

Der Verein bietet mit drei unterschiedlichen Trainingsgruppen etwas für jeden Geschmack! Die Aktiven treffen sich von jung bis alt, sind mehr oder weniger ambitionierte Schwimmer. Alle haben jedoch etwas gemeinsam: Freude am Teamsport, Spass am Wasser und alle wollen für den Notfall fit sein. Die Jugendgruppen trainieren auf spielerische Art und Weise die schwimmerischen sowie die rettungstechnischen Fähigkeiten, damit sie fit für die Zukunft sind. Die Wettkampfgruppe vereint mit dem Rettungssport den humanitären Grundgedanken des Helfens und Rettens mit der Kraft und dem Wettkampfgeist des Sports. Der Leistungsdruck an den Wettkämpfen macht fit für den Notfall.

Die Kurse, welche die SLRG Wädenswil mehrmals im Jahr für Vereinsmitglieder und Aussenstehende anbietet, bereiten Personen, die sich häufig im, am und auf dem Wasser aufhalten, auf Notfälle vor.

Seit nun mehr als 60 Jahren organisiert die SLRG Wädenswil, die längst zum Volksschwimmen aufgestiegene, Überquerung des Zürichsees. Mit 2.65 km gilt sie als die längste Seetraversierung des Zürichsees.

Für die Badewachen im Sommer ist die SLRG Wädenswil im Strandbad Rietliau und in der Badi Naglikon mitverantwortlich. An Wochenenden mit schlechter Witterung und im Winter unterstützen die Rettungsschwimmer den Bademeister im Hallenbad Wädenswil.

Damit das gemütliche Beisammensein keinesfalls zu kurz kommt, stehen auf dem Jahresprogramm zahlreiche Veranstaltungen.

Von Janine Zweifel, Martina Camenzind und Peter Ziegler

 

Walti kramt in seinen SLRG-Erinnerungen

Erinnerungen sind immer mit Vorsicht zu geniessen, wie wir wissen, auch meine. Etwas unscharf oder dann überzeichnet und vielfach auch mit Fantasie geschmückt. Nur die Bilder, die sprechen – zwar auch nicht immer ganz scharf – doch eine deutliche Sprache.

Von Walter Krüsi
 

Seetraversierung

Der Start von Walter Krüsi als Präsident des VRW (Verein für Rettungsschwimmen Wädenswil) wurde mit einem Paukenschlag eröffnet! Otto Bruhin, der Technische Leiter und er hatten 1964 die verrückte Idee, die Seetraversierung mithilfe einer anschliessenden Seerundfahrt mit der alten „Wädenswil“ (Charter CHF 600.--) noch attraktiver zu machen. Die tolle Fahrt mit nächtlichem Halt an der Halbinsel Au brachte Musik, Postillion d’amour, Mutsprünge vom Schiffsdach und Hahnenkämpfe mit dem seinerzeitigen Richterswiler Badmeister; vor allem aber keine roten Zahlen in der Abrechnung.

Ja, und dann kam eine weitere Gelegenheit, öffentlich wirksam aufzutreten: Sponsorensuche, Tombolagaben sammeln, Bühnenproben, Vereinbarungen mit anderen Vereinen und dem Conférencier, Musikverträge, vor allem aber die Suche nach einem alten Klavier erzeugten schon lange Monate voraus für Hektik. Der Anlass war dann ein voller Erfolg! Nicht zu vergessen: Seinerzeit erfolgte die Überfahrt mit dem Kursschiff nach Männedorf und das Ziel war unsere liebenswürdige, alte „Lättlibadi“ mit Frau Fuchs und Franz Strickler „am Ruder“ – über ebendiese Badi, wo unser Training, unsere Kurse und Prüfungen stattfanden, gäbe es auch noch viel zu erzählen. Vielleicht ein andermal...

Der tollen, einmal mehr unfallfreien Seetraversierung folgte dann, in erstmaliger Anwesenheit unserer Heidelberger Freunde, ein spektakulärer „bunter Abend“. Eintrittsgeld inkl. Seetra, Nachtessen, Orchester „Torpedo“ (Gebrüder Hauser) und Unterhaltung: CHF 10.00!

Höhepunkt folgte auf Höhepunkt: Auf der Bühne der VRW-Chor mit dem „Seebuebelied“, der Damenturnverein mit viel Bein, eine schränzende Guggenmusik, VRW-Männerbäuche – seinerzeit noch „Modell Waschbrett“ – mit aufgemalten Gesichtern und Zylinderhüten übergestülpt – und dann eben noch die abschliessende „Zügelnummer“ mit einem Klavier, welches für den Transport zu gross war: unser Freund Kägi spielte tatsächlich auch noch in absoluter Schieflage. Und vor allem die Heidelberger wollten diese Nummer in der Folge immer wieder sehen.

Von späteren Seetraversierungen könnten auch andere SLRG-Kolleginnen und –Kollegen berichten. Nur noch dies: Einmal empfahl uns die Seepolizei – wir waren mit den Teilnehmenden bereits in Männedorf (und natürlich eingefettet) – den Start aufzuschieben, bis sich die Wellen etwas gelegt hätten; das Servicepersonal im nahegelegenen Restaurant war denn auch recht gefordert und zum Glück hatten wir das Portemonnaie dabei… ja und die Rekordtraversierung mit über 900 Teilnehmenden möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Speziell erwähnenswert: Abgesehen von einigen Unterkühlungen verliefen bis heute alle diese anspruchsvollen Anlässe immer unfallfrei. Zu verdanken war und ist dies einer beispielhaften Organisation und der Bereitschaft unzähliger Helferinnen und Helfer. Dass es auch noch weitere Fest-Seetraversierungen zu feiern gab, ist ja klar. Stellvertretend hier ein Bild vom 25-jährigen Jubiläum auf der Au mit Pflichttenü für uns Wädenswiler Rettungsschwimmerinnen und –Rettungsschwimmer.
 

DLRG Heidelberg

Eigentlich bestand mit der DLRG schon vor Walter Krüsis Zeit ein reger Kontakt. Damals pflegten seine Vorgänger einen intensiven Austausch mit Freunden aus dem Raum Waldshut-Tiengen. Nachdem in den Raum Heidelberg „ausgewanderte“ DLRG-Mitglieder zu unserem 10-Jährigen eingeladen worden sind, erfolgte in Walti und Klärli Strebels Bar das Versprechen, uns baldmöglichst wieder zu sehen. Ach, ja, auch über diese „Strebel-Bar“ gäbe es unzählige, gar auch blutige Geschichten zu erzählen. Darüber decke ich aber den Mantel des Schweigens. Also - wie sagt man so schön: „Machen wir Nägel mit Köpfen“. Der seinerzeitige Vorstand, voll im Saft, beschloss daher, der DLRG Heidelberg eine echte Partnerschaft anzubieten, was unsere Freunde in der am Neckar und Odenwald gelegenen Universitätsstadt mit grosser Freude annahmen. Im selben Jahr, am 16./17. Oktober 1965, war es so weit: Mit dem Ehrismann-„Car“ machten wir uns auf den langen Weg. Natürlich in der Bedeutung des Anlasses entsprechend festlichen Aufmachung. Aber lassen wir doch vor allem Bilder sprechen…

Das alte Klubhaus lag direkt am Neckar, was für Neptun, alias Heini Steinbeck, Grund genug war, das Gastgeschenk, eine wunderschöne von ihm gedrechselte Holzflasche, im „Original-kostüm“ und mit entsprechender Ausrüstung zu überbringen. Klar, dass die Partnerschaftsbestätigung bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden musste. Und am Sonntag ging‘s, nach dem Riemenschneider-Altar-Besuch, im auch der heutigen Generation bekannten Bierlokal bei unübersehbar bester Stimmung weiter...

Namen raten ist erlaubt und dürfte spannend sein. In das Schmunzeln beim Betrachten der Bilder mischt sich aber auch Trauer, leben doch einige unserer hier abgebildeten ehemaligen VRW-Freunde nicht mehr. Nun ja, der Abschied an jenem denkwürdigen Partnerschaftsfest lässt sich beinahe als Tragödie bezeichnen! Die Tränen rollten jedoch vor Lachen...
 

Kaltwasserschwimmen

Bevor der Frühling definitiv Einzug hält, grabe ich Erinnerungen an - und Bilder von längst vergangen Kaltwasserschwimmen aus.

1974, ich war damals Regionalvertreter der SLRG, besuchte ich die GV der Zürcher SLRG. Die Zürcher Rettungsschwimmer provozierten mich zur Teilnahme am Weihnachtsschwimmen in Genf. Aber natürlich wollte ich bei dieser Mutprobe nicht alleine sein. Und siehe da: Christine Schreiber, Remo Beck, Heini Hottinger, mein Bruder Werner, Peter Lüdi und Heinz Wanger waren bereit, mich am 21.12.1975 nach Genf zu begleiten. Was wir damals noch nicht wussten – aus dem Ritual bei der ersten Teilnahme wurde eine Tradition mit immer wieder wechselnden Protagonisten:

Anreise mit Auto, Unterkunfts-Bezug, Besuch des marché aux puces (zu Deutsch: Flohmarkt) und der Genfer Gross-Chilbi, feines Entrecôt-Essen in einem vorreservierten Restaurant, Schlummertrunk mit „Absacker“ (oder zwei), Tagwache, Mutmach-Phase und ab nach Les Vernets – wo dann der Mut ab und zu wieder in die Badehosen verschwand. Diese Erinnerungen möchte ich mit Bildern dokumentieren, welches ich teils aus dem eigenen Fundus ausgegraben habe, die aber zur Hauptsache aus dem tollen Album von Ueli Mitschke stammen, welche mithilfe von Martina auf einer CD den Weg zu mir gefunden haben.

Besonders erwähnenswert ist für mich Ueli Mitschkes Rolle im Thema Genfer Weihnachtsschwimmen: Sage und schreibe 25 Mal schaffte Ueli die Teilnahme, meist auch in Begleitung einiger Mit-Wettkämpferinnen und Mit-Wettkämpfern sowie von unermüdlichen Schlachtenbummlern. 1988 nahmen sage und schreibe 19 Kaltwasser-Fans aus Wädi teil! Eine von Uelis treusten Begleiterinnen bei allen Wetter- und Temperaturbedingungen war Barbara Vaucher-Rohner. Ein riesengrosses Kompliment an alle, die die Wädenswiler Farben in Genf so lange und so ehrenvoll vertreten haben!
 
Uelis Kaltwasser-Engagement möchte ich in der Folge einige Impressionen widmen. Ganz zuletzt lüfte ich dann noch das Geheimnis seiner unermüdlichen Reisen nach Genf. Klar, dass Ueli immer bestens vorbereitet an diesen Event reiste: Ach, ja, hier noch das versprochene Motiv für Uelis „Rückkehrer-Syndrom“ – die Nummer 52! Das Bild erschien übrigens in der Tribune de Genève.

Dass Ueli heute noch „allwassertauglich“ ist kann man in Werbespots mitverfolgen. Und auch in der Wandergruppe Zimmerberg ist er immer wieder bereit für überraschende Auftritte…

 
SLRG Wädenswil 2018-08-19 | Martina Camenzind |
Webdesign & CMS by onelook